Corontäne 6: Zehnkampf

Familienyoga ließ sich die ersten 3 Tage gut an, schlief dann aber ein. Zu kalt draußen, morgens, zu verlockend die warme Küche, zu lecker der Kaffee. Trotzdem bin ich stolz auf unsere erste Woche, in der wir uns jeden Morgen um 9h an die Arbeit gemacht haben und die Mädchen mit ihren Wochenaufgaben gut zurecht gekommen sind. Sie haben später am Tag jeweils ein „Teenager-Workout“ gemacht, so dass sie die Endorphine gegen Nachmittag immer gut angekurbelt haben.

Heute Vormittag treffen wir uns erst um 10, um im Garten einen von Ellie vorbereiteten Zehnkampf auszufechten. Frisbee, Hula Hoop, Federball, Kirschenessen, Kubb und andere Spiele.

Hanne gewinnt knapp (und ich versage mit großem Abstand!). Ihr Preis: einen Tag lang nicht bei der Hausarbeit helfen müssen. Herzlichen Glückwunsch, Pölle.

Ellie hat in den letzten Tagen aus gefrorenen Früchten, Sahne und Eigelb selbst Eis hergestellt, und weil bei der Produktion zwei Eiweiß übriggeblieben sind, backe ich heute eine Trümmertorte mit extraviel Baiser. Die Mädchen sind im Wohnzimmer und teilen sich eine Couch, obwohl sie zwei zur Verfügung hätten. Christoph ist im Garten und ich pröddele alleine in der Küche rum.

Da ich natürlich keine frischen Erdbeeren habe, nehme ich die Reste aus einem angebrochenen Preiselbeerglas. Die Torte ist lecker, aber sehr süß; und das, obwohl ich den Zuckeranteil aus dem Rezept schon reduziert habe. Mit frischen Früchten im Sommer kann ich sie mir aber sehr lecker vorstellen.

Corontäne 2: Sonne tanken

Unser gemeinsamer, entschleunigter Vormittag fühlt sich schon am zweiten Tag wie eine nette Tradition an. Halb 9 Yoga, ab 9h am Küchentisch zum gemeinsamen Lernen und Arbeiten. Wir helfen uns gegenseitig, wenn jemand eine Frage hat, und sind entspannt miteinander. Christoph verabschiedet sich kurz darauf ins Büro. Als er am späten Nachmittag wiederkommt, haben wir die Laptops und Hefte schon zugeklappt und genießen die Sonne im Garten.

Wir spielen Klettball, dann mäht Ella den Rasen, wir schneiden den Flieder zurück, Hanne räumt liebevoll das Gewächshaus aus und auf.

Noch hält sich der Lagerkoller in Grenzen.

Draußen

Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, es ist verführerisch warm, der Garten ruft. Der Rasen wird gemäht. Der größte von uns kümmert sich um den Schnitt von Büschen und Hecke, Ellie sammelt und pflanzt ein, und gießt.

Später begleite ich Grünabfälle und Ehemann zum Recyclinghof. Wir bringen 2 Beute AWM 45-l-Blumenerde für weitere ambitionierte Gartenprojekte mit, der Beutel kostet dort 3€.

Zum Abendessen gibt es Buchstabensuppe und Wraps nach Wunsch.

Obstlastig

Es ist Dienstag, und die Woche hat schon so einen Bart. Die Tage vor den Ferien sind voll mit Abschiedsfesten, Vokabeltests, Ausflügen, Arbeiten, Projekten, Präsentationen. Fast jeden Tag kommt das große Mädchen heim, isst schnell was, während sie nebenbei sortiert, was heute erledigt werden muss, und macht sich dann direkt an die Arbeit. Oft bringt sie Freundinnen mit. Wenn ich da bin, reiche ich Obst. Viel, viel Obst bei diesen Temperaturen – Heidelbeeren gehen grade sehr gut, Nektarinen und Pfirsiche und Äpfel sowieso immer. (Bei meinen Mangos war ich sehr geizig.)

Fast alles findet am neuen Terrassentisch statt. Wenn keiner mehr Lust auf Lernen hat und die Köpfe voll sind, kommt üblicherweise grade das kleine Mädchen aus der OGS. Alle spielen zusammen Kubb, turnen auf der Garage herum oder entscheiden sich, im Supermarkt Eis zu holen. Ich mag dieses volle Haus

Der Terrassentisch

Der von den Hausmitbewohnern vor einigen Jahren geerbten Terrassentisch, den sie uns damals über Seile vom Balkon auf unsere Garage runtergelassen hatten, hat schon viele unterschiedliche Gesichter gehabt. Manche waren schön, manche praktisch, manche durchdacht, manche hastig zusammengezimmert, weil wir den Tisch schnell brauchten: im Sommer sieht uns der Terrassentisch mehr als der Küchentisch, und das will was heißen.

Kein Design hielt wirklich lange, doch ab heute soll sich das ändern. Russ hat mit seinem Sohn den Tisch erdbeben-, uv-, wasser-, bombenfest gemacht.

Es wurde gerechnet, lackiert, gesägt und vor allem sehr, sehr viel geschraubt.

Danke! Das ist das stabilste Abschiedsgeschenk, das ich je sah: morgen wird Russ seine Sachen packen und abreisen. … wir saßen lange am Feuer.

Baumhaus

Seit wir unser Haus gekauft und einige Monate später tatsächlich eingezogen sind, bedauert Ella in jedem Sommer, dass wir keinen vernünftigen Kletterbaum haben. Sie wünschte sich dringend eine Hütte, ein Baumhaus, einen Ausguck, ein irgendwas-nur-für-sich und hat jedes Jahr aufs Neue etwas gebaut, aber nichts hat sich wirklich richtig angefühlt. Jetzt haben wir seit einiger Zeit einen lieben Hausgast, der gut mit Holz umgehen kann, umsetzbare Ideen hat und der vor allem mit Ellie eine enge Freundschaft geschlossen hat.

Als Russ hörte, dass sich Ellie nach einem Baumhaus sehnt, fragte er, ob er das Holz, dass im Keller lagert, benutzen darf. Mein altes Hochbett Stora von Ikea, das ich für die Studentenzeit gekauft habe, hat wie durch ein Wunder das Hochwasser überlebt und steht seit dem Umzug auseinandergebaut in einer Kellerecke.

Seit gestern bauen Russ und Ellie am Baumhaus.

Hanne testet

Am Nachmittag fahre ich Ellie ihren Großeltern entgegen, da sie das lange Wochenende aus Feier- und Brückentag da verbringen möchte. Wenn sie am Sonntag wiederkommt, ist das Baumhaus fertig – samt Leiter, Geländer, Klappe im Boden – und der Baumhaus-Architekt schon wieder auf dem Heimweg in die Staaten.

Terrassentreppe, zweiter Teil

Nachdem sich die Stufen schon mal langgelegt haben und sich an ihr neues Einsatzgebiet haben gewöhnen dürfen, reisen Christophs Eltern heute an um sie endgültig an ihrem Platz zu verankern.

Es ist toll, dass wir jetzt eine stabile, sichere, breite Treppe haben, auf der wir sicher oft abends in der Sonne sitze sitzen.

Ella hat den Rasen gemäht – aber Oma und sie haben daran gedacht die Gänseblümchen zu retten. Die große Schwester wird es ihnen danken.

Erster Mai

Da das Wetter wenn auch nicht schön zu werden, sich aber doch zumindest zu halten verspricht (und ohnehin alle vorsichtshalber Baguettes, Kräuterbutter, Paprika, Salate und Würstchen gekauft hatten), laden wir ab 3 zum entspannten Angrillen ein.

Die Männer und Kinder spielen Kubb und Verstecken, die Sonne kommt raus, wir sitzen zusammen und um 8 Uhr gehen alle heim, denn morgen ist ein ganz normaler Arbeits- und Schultag.