Überraschungsschnitzeljagd

Wochenende, ach, Wochenende!

Christoph bringt den Garten auf Vordermann und danach den ganzen Grünschnitt zum Recyclinghof.

Die Freundinnen des großen Mädchens haben sich geheim mit mir abgesprochen, sie am Nachmittag in die Stadt zu locken. Dort wollen sie mit einer Schnitzeljagd ihren Geburtstag starten, der aus Gründen im April nur digital stattfinden konnte.

Wenn das große Kind denkt, dass es Chinesisch gibt, folgt es mir praktisch überallhin (eventuell sogar in ihre persönliche Vorstellung der Hölle, und die ist erstaunlich detailliert: auf keinen Fall möchte sie jemals in einem Uboot voller Autoluft auf einer hohen Leiter stehen müssen.)

Wir Mädchen radeln in die Stadt, ich texte den Freundinnen, wo wir geparkt haben.

Während wir unterwegs sind, knoten die Freundinnen den ersten von so um die 8-10 Luftballons der Überraschungsschnitzeljagd an Hannes Leeze.

Ellie und ich lassen das große Mädchen alleine losziehen, geben den Freundinnen überlebenswichtige Übernachtungsutensilien und radeln heim zu Oma. Am späteren Abend drehen wir noch eine Runde über den Campus und gucken beim wilden Mitmachgarten vorbei.

Vor einiger Zeit hatten wir Topinambur gespendet, aber der hat’s nicht lange gemacht.

Abends spielen wir zu viert Tabu, und der Ausgang ist denkbar knapp (aber meine Mutter und ich gewinnen gegen Christoph und Ellie).

Lila

Mein Vater und ich wussten lange nicht, welche Farbe er hat, aber dieses Jahr produziert der Babyhibiskus im Garten letztendlich doch eine Blüte.

Zeugnistag 1

Dieses Jahr bekommt das große Mädchen das Zeugnis an seinem letzten Schultag – Dienstag, heute – und das kleine Mädchen an seinem letzten Schultag, übermorgen.

Hanne hat sich in viele Fächern trotz Corona verbessert und sich über ihren sehr guten Schnitt total gefreut. Zur Feier des Tages und zur Verabschiedung aus dem Klassenverband verbringen viele aus der Klasse den sonnigen Nachmittag auf der Promenade, essen ein Eis und sind jung und sorglos und der endlose Sommer liegt vor ihnen allen.

Ich trage derweil den endlosen Kampf mit der Pumpe aus und verliere erneut.

Es ist außerdem deutlich zu heiß. Ellie holt das Planschbecken aus dem Keller. Wir lassen das Auto es aufpumpen, daher müssen wir es übers Garagendach in den Garten hieven.

Eiskaltes Wasser marsch!

Erst war Ellie, später noch Hanne mit den Freundinnen drin.

Sonntag

Am Vormittag kommt der Brunnenmann, dessen Namen ich immer vergesse, nennen wir ihn Erwin. Erwin guckt sich die Sache an und weiß direkt, was gemacht werden muss: entweder ein längeres Wasserrohr oder eine leistungsstärkere Pumpe dran, eventuell reicht aber schon ein Anschluss mit Schelle. Das werden wir als erstes ausprobieren. Immerhin hin wissen wir jetzt, dass das Wasser noch da ist, danke, Erwin.

Am Nachmittag regnet es, das tut allen Blumen gut und niemand muss zum Gießen raus, sondern einfach nur zum Spaß.

Wir spielen mehrmals Monopoly. Die Version mit Bankkarte zieht sich nicht so ewig hin, das ist nett.

Morgen beginnt die vorletzte Schulwoche!

Wieder da

Christoph holt die Mädchen zum Übergabezeitpunkt in der Mitte ab, so fahren die Großeltern und er jeweils ungefähr eine Stunde. Ich arbeite in der Zeit, und als sie wieder zu Hause sind, bin ich grade fertig und klappe die Kiste zu.

Wir verbringen den Rest des Tages im Garten, mähen und schneiden die Kanten, gießen, versuchen erneut den Brunnen an den Start zu bringen, grillen und lungern.

Corontäne 53: Angrillen

Morgens kommt die Sonne nun schon auf die gesamte Terrasse. Im Gegensatz zu uns sind die Rotkehlchen, Eichhörnchen und Meisen fleißig. Überall grünt es herum.

Wir pröddeln am Vormittag intensiv vor uns hin.

Den Nachmittag verbringen wir mit Einkaufen in unterschiedlichen Läden (Christoph & Ellie) und richtig Aufräumen (Hanne & ich). Die beiden Einkäufer bringen Margeriten mit und pflanzen sie sofort ein. Ich soll sie mir für morgen denken, wenn Muttertag ist.

Wir wollen bei dem schönen Wetter zum Abend hin angrillen, aber erst rollen die Mädchen die Puzzlematte aus.

Als die Sonne weitergewandert ist und auf der Terrasse schon wieder Schatten herrscht, grillen wir.

Das fühlt sich schon verdächtig nach Wochenende an.

Corontäne 39: Zimmertausch

Samstag! Es ist mittelwarm und etwas bedeckt, perfekte Voraussetzungen für den Vorgarten, den wir heute ausmisten möchten. Der Ahorn muss gehen, ziemlich viel anderes auch. Danach sähen die Mädchen Blumenmischungen und wässern kräftig durch. Wir werden sehen, ob es etwas wird. Letztes Jahr habe ich mit meinem Sonnenblumenplan keinen großen Erfolg erzielt, daher halte ich mich dieses Jahr beim Pflanzen raus.

Wir essen zu Mittag, dann geht’s nach oben. Das Gästezimmer wird Ellas Schlafzimmer, Das Fernsehzimmer wird Ellas zweites Zimmer, das ehemalige Ella-Zimmer wird das Gäste-/Fernsehzimmer. Logisch soweit.

Als das erste Zimmer leer ist, saugt Ellie den elefantenmittelgrauen Teppich, den Hanne sich beim Einzug ausgesucht hatte.

Wir räumen aus und schleppen und sortieren aus und werfen weg und finden neue Plätze für Dinge und packen alle mit an.

Dann finden wir Schimmel.

Unter der Fußleiste ist keiner, daher hoffen wir mal, wir haben ihn rechtzeitig gefunden und können mit Wärme, Lüften, Leben und Desinfektionsspray dagegen ankämpfen. Das Gästezimmer war praktisch den gesamten Winter kalt und leer. Nach dem Desinfektionsspray wischt Christoph alles ab, wir lüften und fühlen und werden beobachten.

Am Abend sind wir alle platt, aber Ellie ist furchtbar glücklich und freut sich auf’s Schlafengehen, und das ist die Hauptsache. Es gibt Pizza und Veronica Mars, und wir sind uns einig, dass es sich heute nach diesem Tag wirklich nach einem Wochenend-Abend anfühlt.

Corona 37: Holunderblüte

Schon Donnerstag. Der Vormittag vergeht mit Joggen, Lernen für die Mädchen, Kaffee, Arbeit.

Danach sind wir nur noch im Garten, liegen schier endlos in der Sonne unter Ellies Holunerbaum, weil da die Sonne am längsten bleibt. Nach und nach entzwiebeln wir uns, so warm ist es geworden.

Wir reden, verfolgen die torkelnden Hummeln mit den Augen, trinken ein Bier und Bionade und essen schließlich auf der Terrasse gemeinsam zu Abend.

Das fühlt sich ein bisschen an wie Ferien.

Corontäne 30: Baumhaus, VR

Entfesselter Tatendrang und der Wunsch nach einem handfesten Projekt trieben das kleine Mädchen auf ihr Baumhaus.

Fundstück: Ein eingequetschter Flummi, herrlich ekelig.

Ellie hätte gerne mehr Abgrenzung zu allem und uns und Sichtschutz, nach all den Wochen verständlich. Sie überlegt sich, die Wände des Baumhauses dicht zu machen und sucht im Keller geeignete Bretter. Das dauert, und das ist schön.

Sie verbringt den ganzen Nachmittag im Keller oder draußen und pröddelt in der Sonne herum. Am Ende puzzelt Holzvertäfelung vom entholzten Flur zusammen, weil das schneller geht.

Großer helfender Mensch:

Und dann kommt die VR Brille, die der offenbar beste aller Väter bestellt hat, und der Tag endet virtuell. So spaßig!