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Neununddreißig

Mit in die Hüften gestützten Armen betrachte ich aus der Küche heraus unseren Garten und überlege, was ich für heute Abend vorbereiten möchte.

Heute werde ich 39 Jahre alt, und das erste Mal seitdem ich 27 geworden bin ist kein Kind da. Das ist komisch, aber nicht schlimm-komisch, nur anders als sonst. Niemand hat abends klammheimlich den Geburtstagsfrühstückstisch für mich gedeckt hat, dafür kann ich ausschlafen und dann sogar liegenbleiben um zu lesen. Niemand singt für mich wie schön, dass du geboren bist, dafür bekomme ich entspannt Kaffee, ein Geschenk, das mir einmal mehr zeigt, wie gut mein Mann mich kennt, und viele liebe Anrufe, Mails und Whatsapps aus dem In- und Ausland.

Hanne ist heute im Ketteler Hof, Ella wird den gesamten Nachmittag mit Oma im Schwimmbad verbringen, der Liebste muss zur Arbeit. Ich trinke noch einen Kaffee, bestelle Bier, gehe einkaufen und freue mich auf den Abend. Ich wusste nicht, wer kommen würde, denn der Liebste hat eingeladen. Daher hab ich mich über jeden einzelnen ganz besonders intensiv gefreut – ihr seid der tollste Haufen bunt zusammengewürfelter Freunde, den man sich nur vorstellen kann!

Krasse Deko:

Krasses Feuer:

Thank you and good night.

 

Erster Ferienmontag

Der Liebste und ich haben eine neue Form des Stalkens für uns entdeckt. Das große Mädchen ist seit Samstag das allererste Mal im Zeltlager und wir bekommen jeden Tag einige wenige Photos auf der Veranstalterseite bei Facebook zu sehen, auf denen wir immerhin erahnen können, was die 117 Kinder starke Truppe veranstaltet. Ab und an sehen wir auch Hanne, aber jegliche Kontaktaufnahme wird altmodisch über Briefe und Postkarten abgewickelt. Vielleicht ruft sie uns auch mal an, mal sehen.

Das kleine Mädchen müssen wir nicht stalken. Sie ist die erste Ferienwoche bei Oma und Opa in S eingezogen, hat ihr Ferienhandy dabei und Whatsapp im Schnell-Zugriff. So bekommen wir jeden Abend ein wort- und emoji-reiches Update über ihren Tag.

Den gestrigen Sonntag haben Christoph und ich auf der Couch verbracht, Serien gebingt, Filme geguckt und das große Mädchen gestalked.  Heute war ich schon fleißig, aber ich weiß genau, dass die unrastige Motivation, die mich die ersten Tage antreibt, sich schneller verabschiedet als mir manchmal lieb ist. Noch weiß ich nicht, was ich mit mir anfangen soll – der Motor läuft noch auf Hochtouren und ich muss erst mal langsam entschleunigen.

Was bei der Entschleunigung hilft sind Tage im Garten und Abende, an denen wir uns gemeinsam mit Freunden treffen.

Montagspubquiz mit insgesamt 13 Menschen = 3 Teams

 

 

 

Skulpturprojekte 03

Heute vereinen wir uns mit dem dichten Strom der Touristen – es ist Sonntag, es ist sonnig, es ist Münster – und planen 4 der Skultpurpojekte abzustreichen, die auf Hannes Liste auf einem Zettel an der Pinnwand in der Küche hängen. Ganz bewusst radeln wir nicht in den inneren Ring, denn zusätzlich zu Sonntag und Sonne ist auch noch Münster Mittendrin.

Um halb 3 kommen die liebsten Fastnachbarn und wir brechen zum Asia-Laden auf. Hm.

Weiter geht es zum Theater, CAMP verknüpfte das neue Gebäude durch schwarze Kabel mit den Überresten des Romberger Hofs.

Große Schwestern sind schon praktisch!

Am Interessantesten an dieser Skulptur waren nicht die Kabel, sondern die Installation im Fenster der Münsterschen Zeitung gegenüber, die wir überhaupt nur gesehen haben, weil wir dahin geguckt haben, wo alle hinschauten.

Nach dem Theater ging es weiter zu Nietzsches Rock an der Promenade/Ecke Salzstraße, auf den man leider nicht draufklettern darf, auch wenn er noch so lockt,

und schließlich ging es runter zum Hafen: „der Steg“, On Water von Ayşe Erkmen, übt nicht nur für die Kinder den größten Reiz aus.

Unsere 4 Kinder:

Einmal hin, kurz in der Sonne trocknen und Menschengucken, dann wieder zurück und zu den Leezen. Nach 2,5 Stunden waren wir wieder zu Hause – und der Steg kam von diesen 4 Projekten natürlich am besten weg.

 

 

 

American Sportsday

Den Juli sieht man dem Wetter ja so gar nicht an, aber es nutzt ja nichts:  Schon vor einiger Zeit hatten wir mit einigen Freunden ausgemacht, heute ins Geistviertel zu fahren, weil wir uns beim American Sportsday sehr dringend Quidditch ansehen wollten.

Quidditch startete um 11, und es war ernüchternd. Dass niemand tatsächlich fliegt war uns schon klar, aber dass der goldene Schnatz ein kleiner, am Gürtel eines bestimmten Mitspielers (der kurz vorher noch Kommentator war) angebrachter Beutel war, überraschte dann doch.

Die Eintrittsstempel der Fillys waren dafür top!

(Christian R, Hanne, Ella)

Nachdem Quidditch durch die gehechtete Flugrolle eines Suchers, der so besagten Beutel mit dem goldenen Schnatz vom Gürtel des Exkommentators löste, flott vorbei war, wurde Lacrosse gezeigt. Hier kommentierte niemand. Ich war lange überzeugt, dass sie sich grade erst aufwärmten, schon war es wieder vorbei

und wir gingen in die Ausprobier-Arena.

Anja

Für Hanne waren alle Sportarten nichts, was sie weitermachen würde, aber Ella möchte nach den Sommerferien beim Baseball schnuppern. Danach gingen wir runter zum Spielfeld.

Beim Einmarsch der Mammuts und der Blackhawks: Pyro

Immer wieder hatte es zwischendurch genieselt, und als der Himmel im zweiten Viertel noch dunkler wurde, fuhren wir gegen 16h heim und kuschelten auf die Couch.

Später am Abend ging ich mit Faru eine Runde durchs Viertel – und da sah das Wetter so aus:

So schön hätte es ja auch mal tagsüber sein können!

 

 

Weggefährten

Der Tag war lang, voll, heiß. Christoph hat seine Mittagspause dafür aufgewendet, das kleine Mädchen von der Schule abzuholen und zu ihrer Geburtstagseinladung zu bringen.

Am Abend laufe ich durchs Viertel um sie abzuholen. Im Garten des Geburtstagskindes treffe ich auf viele wilde, gartenschlauchnasse Kinder, alte Kindergartenfreunde, neue Schulfreunde, deren Eltern, Geschwister, Hunde. Ich bin dankbar für dieses soziale Netzwerk und die Weggefährten des kleinen Mädchens

und dankbar für das stille und abgedunkelte Wohnzimmer, in dem das große Mädchen auf der Couch liegt und auf uns wartet.

Kuchen-Contest 2017

Letztes Jahr hat Hanne sorgfältig und vorfreudig ihren Kuchen ins schulische Kuchen-Contest-Rennen geschickt, dieses Jahr war wenig Zeit für die Vorbereitung und noch weniger Zeit zum Verzieren. Ich könnte sagen, es läge daran, dass das Gemeinschaftsreferat über die Harfe heute hat fertiggestellt werden müssen – und das ist nicht gelogen – aber der Enthusiasmus, die Freude und Ausgeglichenheit, die das große Mädchen normalerweise beim Backen an den Tag legt, war dieses Mal überhaupt nicht vorhanden. Und das ist völlig okay. Wenn sie sich nicht angemeldet hätte und pflichtbewusst, wie sie nun mal ist, nun auch etwas abgeben wollte, hätte sie sicherlich nicht gebacken. Mein Hilfeangebot, das sich ums Einkaufen der Zutaten nach detaillierter Liste drehte, wurde freundlich angehört und abgelehnt, so dass ich mich entspannt und gelassen aus der Küche habe zurückziehen können und die Mädchen hab machen lassen.

Kuchenabgabe war um 19h. Exakt eine Minute vorher hab ich sie an der Schule rausgelassen und zugeschaut, wie sie mit ihrem Kuchen den kleinen Fußweg zum Eingang entlangsprinteten.

Zuhause wartete das Back-Chaos.

Um halb 10 lud ich Kind und Kuchenkiste wieder ins Auto und mir schien, als wäre der Abend ganz nett gewesen, aber die Platzierung des Kuchens letztlich egal. Und auch das ist völlig okay.

Warmer Samstag

Morgens in die Küche kommen, im Vorbeigehen auf den Kaffeeknopf drücken und die Türen zum Garten aufschmeißen.

Ella kurbelt den Ampelschirm auf und macht mich kurz bei Schach platt,

Hanne kommt dazu und zu dritt spielen wir Triomino.

Danach braucht Christoph den Tisch, denn er macht ihn schön und funktional.

Auf die Tischplatte wird er noch eine dünne Schicht Beton gießen, aber das muss an einem anderen Tag passieren, denn für die Trockenphase haben wir heute keine Zeit. Hanne fährt mit mir zum Einkaufen und für Ella kommt schon eine Freundin, die über Nacht bleibt.

Freunde kommen vorbei, wir sitzen im Garten, die Kleinen machen Matschepampe aus Kreide und Wasser.

Wir gucken dem Abend zu, der die Wolken immer neu formiert, grillen, begrüßen die Fledermäuse, die in der Dämmerung unterwegs sind, gucken später Fußball und sitzen ums Feuer.