Minigolf an der Pleistermühle

Die Wolken sahen aus als könnten sie sich nicht entscheiden, aber der Regenradar war sich sicher: es bleibt trocken.

Nach dem Mittagessen radelten wir daher gut 6km zur Pleistermühle für eine Runde Minigolf.

Unser Weg führt uns am Kanal entlang und über die Umgehungsstraße.

Die Blätter verfärben sich schon.

An der Pleistermühle angekommen, entdeckt Ella das Haus, in dem sie später mal wohnen möchte:

Der Regenradar behielt recht: trotz grauer Wolken gab es keinen Regen und immer wieder zeigte sich die Sonne.

Danach brauchten wir vor der Heimfahrt erst noch eine Bratwurst.

Wir sahen uns den Kanuverleih an der Werse an

und haben wieder mal beschlossen, dass wir uns auch mal ein Kanu leihen wollen. Für heute aber waren wir mit unserer Nachmittagsgestaltung alle 4 sehr zufrieden.

 

Cochem

2 Nächte blieben die Mädchen mit meinem Eltern im Hotel an der Mosel und hatten nicht nur Traumwetter, sondern auch viel zu sehen. Kaum hat sich Ellies Ferienhandy wieder ins heimisch-großelterliche WLAN eingebucht, pingelten die Fotos rein.

Schattenschwestern.

 

 

 

Maria Laach

Gestern habe ich die Mädchen für die letzte Ferienwoche zu meinen Eltern gebracht; heute schon brechen die 4 gemeinsam zur Mosel auf. Hanne freut sich auf das Übernachten im Hotel, Ella freut sich darüber, nicht alleine schlafen zu müssen. Auf der Hinfahrt machen sie bei Maria Laach Halt und Hanne schickt Photos:

Kattegat 10

Die Mädchen hatten sich sehr dringend gewünscht, dieses Jahr nochmal ins Djurs Sommerland zu fahren: Vor zwei Jahren waren wir schon mal da, allerdings während der dänischen Sommerferien – und es war die Hölle los: 1 Stunde anstehen für 45 Sekunden Achterbahnspaß. Gefühlt. Entsprechend zögernd taten Christoph und ich unserer Vorfreude kund, wollten den Mädchen den Tag im Sommerland aber sehr gerne ermöglichen. Der Wecker klingelte um 7:10, eine Stunde später saßen wir im Auto. Die Mädchen beschwerten sich fast gar nicht über die fast anderthalbstündige Fahrt – und als wir um kurz vor halb 10h da waren – der Park sollte um 10h öffnen – konnten wir gar nicht fassen, wie wenige Autos außer uns auf dem Parkplatz standen.

Beim Eingang standen mehr Angestellte als Gäste herum, ein gutes Zeichen.

Als wir um 10h in den Park durften, liefen die anderen Gäste zu den atemberaubenden Sachen, wir aber zur „Fuchsbahn“, die vor 2 Jahren Ellies erste Achterbahn war, bis sie aus technischen Gründen pausieren musste. Niemand stand an, die Bahn fuhr nicht, und auf unsere Frage, wann die Achterbahn aufmachen würde, sagte der freundliche alte Mann „nu!“ und hakte das Wartegitter auf.

Die ersten Male fuhr die Bahn nur für und mit uns, dann wollten wir weiter. Rechts kein Mensch im Park, links kein Mensch im Park.

Bei der nächsten Attraktion waren wir auch die ersten, die Krake startete für uns.

Danach hatten Hanne und ich erstmal einen nassen Hintern; die Figuren am Rand spritzen Wasser. Die beste Voraussetzung, um als nächstes die Wasserachterbahn anzugehen! Wo war die nochmal?

Auf dem Weg kamen wir an den grausamen, wirbelnden Kochtöpfen vorbei. Die wurden, oh Wunder, für uns angeschmissen. Danach war Hanne und mir erstmal so übel, dass wir eine etwas gradlinigere Bahn suchten: Die große Wasserachterbahn; Ella war aufgeregt, durfte aber hinter Hanne und vor mir sitzen und war stolz wie Bolle.

Danach waren wir alle mehr oder weniger überall nass.

Kurze Lagebesprechung, während einzelne Schuhe und Socken trockneten.  Auf ins Bananenboot. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir weder irgendwo angestanden, noch mehr als 10 andere Parkgäste gesehen, gingen aber davon aus, dass sich die Lage zum Nachmittag sicherlich ändern würde.  

Den ganzen Tag lang hieß es auf allen Anzeigetafeln: „Ventetid 0-5 Minuten“.

Die wirklich einzige Anstehzeit gab es für Christoph und Hanne bei der Wasserrutsche „Black Hole“, weil das Mädel vor ihnen Probleme mit ihrem Reifen hatte. Ella und ich waren da schon wieder unter der Dusche. 18 Grad kaltes Wasser ist einfach nicht so unseres.

Bei vielen Achterbahnen konnten wir einfach sitzenbleiben, weil hinter uns entweder gar niemand kam, oder so wenige Menschen, dass die Bahnen oder Gondeln problemlos weiter aufgefüllt werden konnten.

Um kurz vor 5, als wir wirklich schon alles befahren und erlebt hatten, was wir uns trauten, machten wir einen Abstecher zur Minigolfbahn (die Dänen sind leicht verrückt, was Minigolf angeht: In jedem kleinen Dorf gibt es entweder eine Mingolfbahn oder einen Trampolinblob, in den meisten aber beides).

Zum Abschied um halb 6 fuhren wir zuammen noch ein aller, aller, wirklich allerletztes Mal die Fuchsbahn, und Ella traute sich endlich, mit Hanne neben sich zu fahren.

 

 

 

Ich bin Dein Vater-Tag

Zum Vatertag verabredete sich Christoph in diesem Jahr nicht nach Ibbenbüren, sondern bereitete für sich und 3 Freunde eine ca. 40 Kilometer lange Strecke durchs Münsterland vor – Start und Endpunkt war unser Garten, in dem sich über den Nachmittag viele nette Menschen versammelten. Ab und an bekamen wir stimmungsvolle Bilder von der Strecke: Das Wetter war wirklich phänomenal.

An der alten Kanalüberführung:

Die alte Mühle beim Gut Havichhorst:

Währenddessen haben wir uns im Garten auf den Grillabend vorbereitet.

Vom heißen Nachmittag an bis in den Abend saßen wir im Garten. Ella bekam Übernachtungsbesuch von einer Klassenkameradin und verschwand in ihr Zimmer, Hanne blieb bei uns Großen – auf der Schwelle zwischen Kind und Teenager.

Vakantieresort 5

Im letzten Jahr hatte der Boomkroompad noch zu, dieses Jahr sind wir schlauer – und mehr Menschen!

Erst geht es ein kleines Stück durch den Wald,

und dann ein kleines Stück durch eine unterirdische Welt,

bevor es die Wendeltreppe hinauf auf die Baumkronen-Pfad-Stege geht.

Und wieder zurück auf den Boden!

 

Manege frei!

Das Zirkusprojekt, das alle 4 Jahre in der Grundschule auftaucht, ist professioneller geworden: Mussten wir bei Hanne noch selber Katzenohren basteln, um das Seiltänzerkostüm zu komplettieren, bekamen die Kinder dieses Mal Elfen-Röcke ausgehändig und wurden toll geschminkt und frisiert.

Schön zu sehen, dass der Zirkus trotz aller Professionalität – und Routine, jede Woche eine frische Grundschule, jede Woche hunderte Kinder, die mehr oder weniger dafür geschaffen sind, in der Manege zu stehen – empathisch, rücksichtsvoll und achtsam arbeiten.

Christoph brachte Ellie um 9h30 in die Schule und kam für einen Kaffee zurück, bis wir uns zum Einlass um 10h30 auf den Weg machen konnten.

Ellas Freundin Paula, obenauf.

Hanne hat nun insgesamt 1x mitgemacht und 2x zugeschaut. Das erste Mal, 2009, war Nele in der Grundschule und trat mit der Trampolingruppe auf. Hanne und ich waren zum Zuschauen und anfeuern dabei, aber als der Clown seine Nummer brachte, musste ich mit ihr das Zelt verlassen: Während es alle andere witzig fanden und das gesamte Zelt lachte, konnte Hanne es partout nicht aushalten, dass die Kinderclowns trotz des klaren, wiederholten, irgendwann gespielt ärgerlichen   Neins   immer wieder hinterrücks an den Hosenträgern des großen Clowns zogen. Hanne sagt, dass seien Christoph und ich schuld: wir haben ihr ja schließlich beigebracht, dass Nein Nein heißt und einen zu respektierende Grenze aufweist.

Ella hat den Rest des Tages weder ihre weiße Kluft ausgezogen noch die Elfenschminke abgewaschen und war selig. Der Glitzer von Haut und Haaren wird uns erfahrungsgemäß noch einige Wochen überall im Haus an den Zirkus Casselly erinnern, ganz zu schweigen von der spannenden Erfahrung.

 

 

 

 

 

 

Eat the World Münster

Es ist schon etwas her, da schenkten Faru, Anja und ich der Neugezogenen Corinna zu ihrem Geburtstag eine kulinarische Stadtführung durch Münsters Erpho-, Hansa- und Hafenviertel. Der Geburtstag ist nun 7 Monate her, und den Gutschein haben wir heute bei knackigem Herbstwetter eingelöst.

Mensch, ist Münster immer wieder schön!

Aus den angesetzten 3 Stunden wurden unterhaltsame 4. Nach der Führung, die gut satt machte, tranken wir 4 noch entspannt ein Abschlussbier im „Wohnzimmer“: Boulette am Hansaring.

Alhambra

Wir wussten, dass es ein Glücksspiel war, Karten zu erhalten. Pro Tag werden nur 7700 Tickets verkauft, die meisten im Vorverkauf. Es gibt auf den Tickets vorgegebene Zeitfenster, zu denen man die unterschiedlichen Gebäude betreten darf, es hätte also sein können, dass wir erst am Nachmittag überhaupt Zutritt erhalten würden.

Trotzdem wollten wir es natürlich versuchen, und kurz nach 8 stiegen wir zur Alhambra hoch. Ohne Kaffee, wohlgemerkt. Man sieht es den Fotos zwar nicht an, aber die Steigung da hinten im bewaldeten Teil war höllisch.

(Spoiler: Sieht aus wie ein Eingang, ist aber keiner! — jedenfalls keiner, an dem man ein Ticket kaufen könnte…)

Im Innenteil ist es noch schattig, es ist noch wenig los.

Bis wir jemanden gefunden hatten, der Englisch sprach (beispielsweise an so völlig exotischen Orten wie der Touristeninformation) und uns den Weg zum richtigen Ticketschalter wies, waren die letzten Tickets weg und wir durften nur die öffentlich zugänglichen Bereiche betreten. Das ist nicht viel, war aber trotzdem sehenswert. Die Sonne ging auf, wir schlenderten herum:

Palacio de Carlos V:

Anschmiegsame Bäume im Innenhof,

Dann hatten wir alles gesehen, was wir sehen durften und beschlossen, nach Hause zu fahren. Wir schlenderten zurück zur Wohnung, nahmen unsere Taschen und stiegen durch das Gassengewirr rauf und runter zum Mietwagen, und zurück zu den Mädchen und meinen Eltern.

Vielleicht machen wir Granada in ein paar Jahren nochmal mit Hanne und Ella. Wir haben so oft gedacht: Das hätte den beiden auch gefallen!

 

 

Granada

Von Motril aus geht es 80 Kilometer in den Norden, und einige Höhenmeter kommen auch dazu. Mit Druck auf den Ohren, die schneebedeckten Spitzen der Sierra Nevada zur rechten, ist die Landschaft rechts und links der Straße immer noch staubig, dreckig und braun. Verfallene Hausruinen, Müll, Straßen, die im Nirgendwo enden, abgebrochene Brücken.

Langsam wird es grüner, je näher wir Granada kommen. Die Straßen- und Parksituation in Granada ist eine einzige chaotische Herausforderung. Die Einbahnstraßendichte erinnerte uns an Boston. Es verlangte Christoph viel Gekurve und Navigation, aber letztendlich haben wir, schon leicht genervt, einen Parkplatz 600m von der Unterkunft entfernt gefunden. Vor einem Feuerwehrhydranten, was mich die ganze Zeit befürchten ließ, dass das Auto nicht mehr da sein würde, wenn wir es am nächsten Tag abholen wollen würden. (War es aber.)

Granda ist mit 230.000 Einwohnern etwas kleiner als Münster, aber so bergig, dass ich keinen einzigen Fahrradfahrer gesehen habe. Hoch und runter geht’s durch die Gassen, mal mit, mal ohne Stufen. Erst standen wir vor der falschen Tür, ohne es zu bemerken, und bis wir es bemerkten, waren wir noch später dran als ohnehin schon. (Viel zu spät für unsere deutsche Seele, aber für Spanien ist das ja kein Problem).

Die Unterkunft ist sehr zentral, sauber, hat freies Wifi und liegt nur 200m vom Getümmel entfernt.

Albaicín, Granadas ältestes Stadtviertel, ist unser Anlaufpunkt. Unsere Gastgeberin empfielt uns diesen Rundweg. Wir wohnen ohnein beim zweiten B, das trifft sich gut!

Der „Fluss“ Rio Darro und wir schlängeln uns durch Albaicín,

immer wieder mit schöne Ausichten nach oben.

Es gibt viele verschachtelte Häuser, Anbauten, Terrassen auf unterschiedlichsten Ebenen in Albaicín – alles schief und individuell und schön, rumpelig gepflastert. In diesem Viertel fahren keine richtigen Busse, sondern kleine Büsschen. Touristen erkennt man daran, dass sie sich angstvoll an die Hauswände drücken, wenn der Bus an ihnen vorbeirattert.

Erster guter Ausblick auf die Alhambra:

Wir wollen zum designierten Ausguckspunkt (Mirador) de San Nicolas hochsteigen. Außer uns haben noch ungefähr 2000 andere Menschen diese Idee, daher kann man sich den Blick auf die Karte eigentlich sparen: immer schön mit im Pulk laufen und den ausgetretenen Pfaden folgen. Mittlerweile keuche ich wie unter den letzten Wehen und bewundere meinen engelsgeduldigen, sich meinetwegen sehr zurückhaltenden sportlichen Ehemann.

Vom Kirchplatz von San Nicolas aus gibt es den Postkartenblick auf Alhambra und Sierra Nevada.

Dem Pfad folgend schlendern wir durch kleine Basar-Gassen zurück runter ins Zentrum, kaufen das obligatorische Mitbringelgeschenk für die Mädchen,

und erleben beim Abendessen wenig Service und ein mittelmäßiges Essen. Wenn man kein Spanisch kann, so wie wir, ist man in Granada deutlich im Nachteil. Es gibt kaum englische Übersetzungen an öffentlichen Plätzen, Sehenswürdigkeiten oder Anschlägen, Englisch als Kommunikationssprache verläuft bestenfalls schleppend, teilweise spielen wir einfach Scharade.

Für eine Stadt, die neben der Landwirtschaft als zweites Standbein den Tourismus nennt, empfinde ich das als unhöflich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Touristen, die durch Granada spazieren, Grundspanisch lesen und sprechen können? Wir haben ohne Anstrengung heute Amerikanisch, Chinesisch, Russisch, Japanisch, viel Britisch und Französisch und Deutsch gehört. Natürlich gibt es auch geführte Reiserouten, aber da machen ja auch nicht alle mit.

Allerdings ist Granda an sich sehr sehenswert. Viele Studenten, viele Touristen. Es riecht oft nach Cannabis, wird an den Ecken spontan Musik gemacht. Interrailer, Alternative, Studenten, Straßenmusiker mit Hunden, wilde Katzen, Bars und Restaurants, Kirchen, Gässchen, orientalische Überbleibsel in Architektur und Kultur, eine interessante Mischung.

Auf der Terrasse unserer Unterkunft, auf der irgendwelche Spanier eine Party feiern, trinken wir nach Sonnenuntergang noch ein mitgebrachtes Dosen-Feierabendbier und sehen auf die Lichter von Alhambra und Granada. Es wird kühl. Wir sind hier bei 740 Höhenmetern ja für uns Flachländer auch in den Bergen, und ohne Pullover oder Jacke geht es nicht mehr.

Morgen versuchen wir unser Glück in der Alhambra, bevor wir wieder zurückfahren. Da pro Tag nur 7.700 Tickets verkauft werden, die meisten davon schon Wochen vorher, ist das ein Glücksspiel.