Frauenstraße

Nur der Liebste und ich müssen heute zur Arbeit; die Schulbehörde hat vorsichtshalber den Unterricht abgesagt. Zum Mittagessen radele ich mit den Mädchen in die Stadt. Wir werden Christoph in seiner Mittagspause treffen, gemeinsam Vietnamesisch essen, einen Sehtest für Hanne machen, brauchen noch ein Geschenk für einen Geburtstag auf den Ellie am Samstag eingeladen ist, und es tut den Mädchen gut aus dem Haus zu kommen.

In der Stadt ist so gut wie nichts los, sogar im Mukk, wo die Mädchen rutschen, während ich durch die Schreibwarenabteilung schlendere. Weil wir an der Kasse nicht anstehen müssen, sind wir flott wieder raus und gehen zum Optiker, der ein verwirrendes Gespräch über Stürze auf den Kopf, Osteopathenbesuche, Schmetterlingsknochen im Schädel und schiefen Köpfen anfängt und uns wegschickt. Neue Gläser lohnen sich nicht, dafür ist die Verschlechterung zu gering.

So sind wir schnell wieder raus, schütteln das seltsame und beunruhigende Gespräch ab und machen uns auf den Weg zum Vietnamesen. Auf dem Domplatz ist es so windig, dass wir absteigen und schieben müssen, um nicht seitwärts von Sabine von der Leeze gepustet zu werden.

Wir sind wenige Minuten vor Christoph da, besetzen einen Tisch, suchen uns ein Mittagstischessen aus und die Mädchen überlegen, ob sie mit Stäbchen essen wollen.

Letztendlich ist es beiden zu scharf, daher essen sie nur Süßkartoffelpommes. In einer Regenschauerpause radelt der Liebste zurück ins Büro, und wir nach Hause.

Sabine

Am späten Nachmittag soll es in ganz NRW mit dem Orkantief Sabine ziemlich stürmisch werden, daher fahren wir nach einem frühen Mittagessen heim.

Als es draußen windiger wird und sich der Nachmittag so lang vor uns ausstreckt, bedecken wir Mädchen den Küchentisch, packen uns farbsicher ein, holen 3 Leinwände, Pinsel und Akrylfarbreste und malen mal drauf los.

Sabine rüttelt zwar an den Rolladen und den Tannen, ist dann aber in unserer Umgebung doch viel zahmer als gedacht: Keine Schäden, nur ein paar Äste auf dem Fahrradweg.

Ich und mein Holz

Station 1: Ella und Christoph holen Holz mit ihrer Schubkarre und schmeißen es über den Zaun.

Station 2: Ich bringe es mit meiner Schubkarre in den Keller

Station 3: Hanne und Opa stapeln

Sagenhaft

Für ihren letzten Tag im zweiwöchigen Praktikum im Einzelhandel hat Hanne gestern als Dankeschön einen saftigen, veganen Schokokuchen gebacken. Sie hat sich wohlgefühlt und durfte viel machen. Nach dem Wochenende muss sie dann statt um 9 wieder um vor 8 in der Schule sein, und darauf freut sie sich kein Stück.

Normalerweise um 15, aber heute schon um 14 Uhr in die Freiheit des Wochenendes entlassen, sitzen wir gemeinsam um kurz vor 3 im Auto und fahren zu Oma und Opa.

blauer Himmel weit und breit

Da wir es nicht schaffen werden, vor dem Sonnenuntergang bei ihnen zu sein, machen wir kurz nach der Autobahnabfahrt am Wald Halt, damit Christoph Fotos machen kann.

Vor dem Wartezimmer warten

Das Wochenende war langsam und leise. Heute früh ruft der kranke Mann wieder und wieder beim Kinderarzt an, bis er durchkommt, und einen Termin für den späten Vormittag ausmacht. Mit Wartezeit. Am Ende warten Ellie und ich ungefähr eine Stunde, erst vor, dann im Wartezimmer, danach im Arztzimmer. Viel schlafen, viel trinken, viel Netflix und einfach etwas Zeit geben.

Hello Darkness

Eigentlich wollten das große Mädchen und ich ein unfassbar faules Couch-Wochenende machen, Chinesisch bestellen, Serien gucken und uns weder anziehen noch duschen noch die Tür aufmachen. Nur eben dem freundlichen Liefermenschen, dessen Laden bei der Onlinebestellung konsequent „30 Minuten Wartezeit“ ansagt, egal wann man bestellt, und der dann trotzdem schon 15 Minuten später freundlich zweimal klingelt.

Denn eigentlich wollten der Liebste und das kleine Mädchen dieses Wochenende Holz in den Keller der Schwiegereltern schaffen und da schlafen, aber der Liebste und das kleine Mädchen sind krank und es regnet ohnehin, was sich grundsätzlich schlecht dazu eignet, irgendein Holz in irgendeinen Keller zu schaffen.

Und so bauen sich der Liebste und das kleine Mädchen ein Krankenlager auf dem Sofa, das große Mädchen lädt sich ihre Mädels zum Übernachten ein, denn sie sehen sich so selten, seit das Praktikum angefangen hat, und ich arbeite ein bisschen und versorge ein bisschen und gucke Fernsehn und koche ab und an Tee und reiche Glitzerstifte an.

„Hello darkness my old friend“

Zu viel Auswahl

Es stellt sich heraus, dass es viermal so lange dauert zwei Paar Schuhe für ein Kind zu kaufen, das neue Hallenschuhe und neue Draußenschuhe braucht, wenn es viel mehr Damenschuhe als Kinderschuhe gibt.

Und so kommt es, dass wir das große Mädchen gar nicht sehen, als sie zwischen Praktikum und Tanzkurs kurz zu Hause vorbeiradelt, sondern erst am späten Abend.

Winterfest

Schon wieder Eislaufen, denn für das Winterfest von Ellies neuer Klasse sind wir zurück am Germaniacampus.

Ab 17 Uhr treffen sich Klassenlehrerin, Klassenlehrer, Eltern, einige Geschwisterkinder und die Klasse.

Wir Eltern haben alle wie immer zu viel zu essen dabei, immerhin dieses Mal ein Potluck, schlagen unser Lager an einem Tisch auf, lernen uns kennen und gucken den Kinder zu, wie sie Runde um Runde drehen.

Nach einer Stunde ist es unangenehm kalt. Eine Mutter ruft zu Hause an, die Sauna solle bitte vorgeheizt werden. Neidische Blicke. Nach anderthalb Stunden strecken die ersten Eltern die Segel und sammeln ihre Kinder ein. Ich beobachte das mit Argusaugen, denn ich kann mich wohl gern smalltalkend durch einige Miteltern arbeiten, aber ich kann mir an einem Freitagnachmittag definitiv Schöneres vorstellen. Die Steuererklärung, beispielsweise.

Nach knapp zwei Stunden verabschieden sich auch die letzten in den Freitagabend, und wir sind dabei. Die Couch ruft.

Ich darf mich aber nicht beschweren: Das erste Halbjahr ist fast geschafft und es gibt immer noch keine Eltern-Whatsapp-Gruppe.

Nusskuchen

Wir haben alle Walnüsse, Haselnüsse und Erdnüsse geknackt, die von Weihachtstellern und Nikolausstiefeln übriggeblieben sind. Die Erdnüsse verschwanden direkt in Hannes Schnüss, die Walnüsse in einem Vorratsglas für spätere Ideen. Die Haselnusskerne haben wir gehackt und, weil es just 250 Gramm waren, diesen leckeren Nusskuchen-Gugelhupf gebacken:

  • 250 g Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 4 Eier
  • 250 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Prise(n) Salz
  • 250 g gehackte Haselnüsse
  • 125 ml Milch

Nach 60 Minuten bei 180° Umluft haben wir eine Hälfte für später zur Seite getan,

und da sich der Kuchen lange saftig gehalten hat, in den nächsten Tagen immer wieder ein Stück essen können.