Corontäne 55: Montag

Es ist kalt und grau und usselig, richtig ungemütlich draußen. Während die eine Hälfte der Familie froh darüber ist nicht rauszumüssen, gönnt sich Hanne einen weiteren Tag Auszeit vom Joggen. So muss nur der Weltbeste aus dem Haus und macht sich auf den Weg ins Büro.

Der Tag vergeht unter Arbeit, Zoom, Arbeitsblättern, Emails, Staubsaugen, Kochen, Saubermachen, Einkaufen, BeatSaber spielen und später dann Veronica Mars.

Montag, heute hab ich kein Foto für Dich.

Corontäne 54: Muttertag

Die Mädchen haben mir eine erdbeerige Muttertagstorte gebacken.

Als ich aufstehen darf, überlegen sie grade, ob es wohl ein Muttertagslied gibt, wie es ja auch Geburtstagslieder gibt. Wir frühstücken in der Sonne auf der Terrasse.

Zwar hat die Torte von gestern auf heute in der der Wärme ein kleines bisschen Form verloren, aber sie schmeckt natürlich hervorragend, und ich bin ganz furchtbar gerührt. Danke, Ihr Schätze!

Im Gegensatz zum Rhabarberkuchendebakel schmeckt der uns allen.

Corontäne 53: Angrillen

Morgens kommt die Sonne nun schon auf die gesamte Terrasse. Im Gegensatz zu uns sind die Rotkehlchen, Eichhörnchen und Meisen fleißig. Überall grünt es herum.

Wir pröddeln am Vormittag intensiv vor uns hin.

Den Nachmittag verbringen wir mit Einkaufen in unterschiedlichen Läden (Christoph & Ellie) und richtig Aufräumen (Hanne & ich). Die beiden Einkäufer bringen Margeriten mit und pflanzen sie sofort ein. Ich soll sie mir für morgen denken, wenn Muttertag ist.

Wir wollen bei dem schönen Wetter zum Abend hin angrillen, aber erst rollen die Mädchen die Puzzlematte aus.

Als die Sonne weitergewandert ist und auf der Terrasse schon wieder Schatten herrscht, grillen wir.

Das fühlt sich schon verdächtig nach Wochenende an.

Corontäne 52: Upcycling

Das große Mädchen joggt und trifft sich danach mit ihrer anderthalb Meter entfernt von ihr sitzenden Einfrau-Lerngruppe.

Der Weltbeste hat ab dieser Woche für die kommenden einige Tage Resturlaub so aufgeteilt, dass er meistens ein längeres Wochenende hat und an diesen Tagen für Homeschooling und alles andere zuständig ist.

Der Freitag ist einer der Tage, die ich gefühlt nur in zoom verbringe. Als ich am Mittag erstmalig aus dem Arbeitszimmer komme, fehlt im Wohnzimmer die Kommode unter dem Fernseher.

Ellie und Christoph haben sie nach draußen geschleppt und bereiten sich grade vor, sie umzulackieren.

Das hatten wir schon länger vor und ich freue mich sehr, dass die beiden dieses Projekt jetzt angehen. Ich verschwinde für einige weitere Stunden im Arbeitszimmer, und als ich wieder auf die Terrasse komme, ist die Sonne weitergewandert und die beiden in den letzten Zügen.

Ich mache direkt mal Essen für uns 3, denn das ist einfach untergegangen. Spaghetti Bolognese geht schnell und ohne Vegetarierin im Haus können wir heute einfach alles in einen Topf schmeißen.

Am Ende zerschneidet Christoph seinen geliebten, auseinanderfallenden Gürtel und fertigt schöne Schlaufen an.

Hanne kommt zurück, wir tragen die Kommode an ihren angestammten Platz.

Alle sind sehr zufrieden damit. Jetzt müsste man nur das Schränkchen daneben auch noch streichen…. Hachz.

Am Abend schieben sich die Mädchen Pizza in den Ofen, klappen die Couch aus und gucken Filme. Der Weltbeste und ich sind zum Quizzen unterwegs und gegen Mitternacht zu Hause.

Corontäne 51: Qualitätsbrut

Oma hat uns ein Starter-Abernte-Set für Champignons geschickt. Es sagt, es enthält alles für den einfachen Anbau zu Hause.

Und es geht wirklich schnell: Dafür müssen wir, laut Anleitung, nur die mitgelieferte Erde locker auf die Anzuchtsmasse bröseln, dem Karton eine ebenfalls mitgelieferte überdimensionale transparente Duschhaube aufsetzen und 3-4 Wochen warten, bis wir abernten können. Ich werde berichten.

Die Post brachte heute noch weitere Pakete: Da ich für mein neues Laptop wegen seiner stattlichen Größe eine neue Laptoptasche brauche (falls ich es jemals wieder mit mir in die Arbeit werde nehmen können), und für den kostenfreien Versand noch ein bisschen Geld ausgeben muss, bestelle ich gleich ein heruntergesetztes 1000-Teile-Puzzle mit.

Das letzte Puzzle, das sich auf der Puzzlematte breitgemacht hat, musste Platz machen, und die Mädchen legten direkt los.

Da wird sogar die geliebte Buchstabensuppe kalt.

Corontäne 50: Rhabarber

Ich kann kaum glauben, dass wir schon Tag 50 erreicht haben. Die ersten Informationen darüber, wie die Schulzeit bis zu den Sommerferien geregelt sein könnte, kommen an. Beide Mädchen werden (so der Stand zum jetzigen Zeitpunkt) erst ab dem 26. Mai rotierend und in kleinen Gruppen vielleicht mal einen Vormittag in der Woche zurück zur Schule gehen. Da sich bis dahin aber schon wieder einiges ändern kann, machen wir uns aktuell noch keine Gedanken darüber. Vielleicht ist das ein Nebenprodukt der Blase, in der wir uns seit 50 Tagen befinden.

Ellie war in dieser Woche allerdings schon einmal zurück in der Schule. Sie hat sich die Deutschlektüre abgeholt und arbeitet jetzt die erste Wochenaufgabe ab: ein Kapitel lesen, dazu etwas malen oder ein Rätsel lösen. Wie schön, wenn man das liegend und in Schlabberklamotten auf der Terrasse machen kann!

Christoph ist heute lange im Büro und wird auch am Abend mit einigen Kollegen in korrektem 1.5-Meter Abstand bei einem Bier besprechen, wie es in Corona-Zeiten für alle läuft.

Hanne pflanzt ein paar Kräuter ein. Petersilie. Schnittlauch. Hauptsache, die Hände in der Erde.

Am Nachmittag fahre ich mit Ellie Schuhekaufen, denn ihre Füße sind schon wieder gewachsen – unfassbar. Wir sortieren gleich die alten Schuhe aus.

Nebenbei war ich kurz einkaufen und habe beim Rhabarber zugegriffen, da beide Mädchen der Meinung sind nicht zu wissen, wie Rhabarber schmeckt.

Während die Mädchen pröddeln, backe ich einen schnellen Blechkuchen und bin total begeistert von Geschmack, Konsistenz, Aussehen und generell meiner Arbeit.

Es stellt sich allerdings heraus, dass beide Kinder Rhabarber für die Ausgeburt der Hölle halten und er einfach viel zu bitter ist, als dass man ihn essen könne.

Corona 49: Schon Normalität

Das Wetter ist wundervoll. Hanne joggt, Ellie fängt schon mal an, und überhaupt findet das Lernen heute auf der Terrasse statt.

Ich stoße dazu, als ich mit meinen Videokonferenzen fertig bin. An der Außenseite meiner Tür, an der ein ausgeklügeltes Post-It-System darüber informiert, ob ich grade gestört werden darf oder nicht, finde ich eine neue Information von Hanne, denn der Schornsteinfeger war da.

Der Tag vergeht in seiner mittlerweile gut einspielten Routine in einem Wechselspiel von Lernen, Essen, Aufräumen, Pause, Lernen, Bildschirmzeit.

Die Kinder verschwinden wie immer um 10 ins Bett. Als ich nachgucken gehe, ob es schläft, muss ich das knubbelige Ding, das das jüngere Mädchen ist, lange anschauen, so süß finde ich es.

Corontäne 48: Baumarkt

Neben dem Alltag jonglieren wir wie immer auch mit Renovierungsideen. Christoph und Ellie fahren heute in den Baumarkt und möchten sich inspirieren lassen.

Corontäne 47: SDGs, Froyo und ein Brief

Hanne fragt, ob ich ihr vormittags ein bisschen bei ihrer Englischpräsentation über die Schultern schauen kann. Natürlich kann ich das. Den Großteil hat sie ohnehin schon selber fertiggestellt, den Rest machen wir gemeinsam.

Am frühen Nachmittag ist Hanne in der Stadt mit ihrer +1-Person verabredet. Die beiden wollen den neuen Frozen Yogurt Laden testen.

Ella bekommt einen Brief vom Oberbürgermeister und ist verwirrt. Sie findet, die Ansprache passt eher für jüngere Kinder als für sie.

Ein Bild möchte sie auch nicht malen.