Corontäne 51: Qualitätsbrut

Oma hat uns ein Starter-Abernte-Set für Champignons geschickt. Es sagt, es enthält alles für den einfachen Anbau zu Hause.

Und es geht wirklich schnell: Dafür müssen wir, laut Anleitung, nur die mitgelieferte Erde locker auf die Anzuchtsmasse bröseln, dem Karton eine ebenfalls mitgelieferte überdimensionale transparente Duschhaube aufsetzen und 3-4 Wochen warten, bis wir abernten können. Ich werde berichten.

Die Post brachte heute noch weitere Pakete: Da ich für mein neues Laptop wegen seiner stattlichen Größe eine neue Laptoptasche brauche (falls ich es jemals wieder mit mir in die Arbeit werde nehmen können), und für den kostenfreien Versand noch ein bisschen Geld ausgeben muss, bestelle ich gleich ein heruntergesetztes 1000-Teile-Puzzle mit.

Das letzte Puzzle, das sich auf der Puzzlematte breitgemacht hat, musste Platz machen, und die Mädchen legten direkt los.

Da wird sogar die geliebte Buchstabensuppe kalt.

Corontäne 50: Rhabarber

Ich kann kaum glauben, dass wir schon Tag 50 erreicht haben. Die ersten Informationen darüber, wie die Schulzeit bis zu den Sommerferien geregelt sein könnte, kommen an. Beide Mädchen werden (so der Stand zum jetzigen Zeitpunkt) erst ab dem 26. Mai rotierend und in kleinen Gruppen vielleicht mal einen Vormittag in der Woche zurück zur Schule gehen. Da sich bis dahin aber schon wieder einiges ändern kann, machen wir uns aktuell noch keine Gedanken darüber. Vielleicht ist das ein Nebenprodukt der Blase, in der wir uns seit 50 Tagen befinden.

Ellie war in dieser Woche allerdings schon einmal zurück in der Schule. Sie hat sich die Deutschlektüre abgeholt und arbeitet jetzt die erste Wochenaufgabe ab: ein Kapitel lesen, dazu etwas malen oder ein Rätsel lösen. Wie schön, wenn man das liegend und in Schlabberklamotten auf der Terrasse machen kann!

Christoph ist heute lange im Büro und wird auch am Abend mit einigen Kollegen in korrektem 1.5-Meter Abstand bei einem Bier besprechen, wie es in Corona-Zeiten für alle läuft.

Hanne pflanzt ein paar Kräuter ein. Petersilie. Schnittlauch. Hauptsache, die Hände in der Erde.

Am Nachmittag fahre ich mit Ellie Schuhekaufen, denn ihre Füße sind schon wieder gewachsen – unfassbar. Wir sortieren gleich die alten Schuhe aus.

Nebenbei war ich kurz einkaufen und habe beim Rhabarber zugegriffen, da beide Mädchen der Meinung sind nicht zu wissen, wie Rhabarber schmeckt.

Während die Mädchen pröddeln, backe ich einen schnellen Blechkuchen und bin total begeistert von Geschmack, Konsistenz, Aussehen und generell meiner Arbeit.

Es stellt sich allerdings heraus, dass beide Kinder Rhabarber für die Ausgeburt der Hölle halten und er einfach viel zu bitter ist, als dass man ihn essen könne.

Corona 49: Schon Normalität

Das Wetter ist wundervoll. Hanne joggt, Ellie fängt schon mal an, und überhaupt findet das Lernen heute auf der Terrasse statt.

Ich stoße dazu, als ich mit meinen Videokonferenzen fertig bin. An der Außenseite meiner Tür, an der ein ausgeklügeltes Post-It-System darüber informiert, ob ich grade gestört werden darf oder nicht, finde ich eine neue Information von Hanne, denn der Schornsteinfeger war da.

Der Tag vergeht in seiner mittlerweile gut einspielten Routine in einem Wechselspiel von Lernen, Essen, Aufräumen, Pause, Lernen, Bildschirmzeit.

Die Kinder verschwinden wie immer um 10 ins Bett. Als ich nachgucken gehe, ob es schläft, muss ich das knubbelige Ding, das das jüngere Mädchen ist, lange anschauen, so süß finde ich es.

Corontäne 48: Baumarkt

Neben dem Alltag jonglieren wir wie immer auch mit Renovierungsideen. Christoph und Ellie fahren heute in den Baumarkt und möchten sich inspirieren lassen.

Corontäne 47: SDGs, Froyo und ein Brief

Hanne fragt, ob ich ihr vormittags ein bisschen bei ihrer Englischpräsentation über die Schultern schauen kann. Natürlich kann ich das. Den Großteil hat sie ohnehin schon selber fertiggestellt, den Rest machen wir gemeinsam.

Am frühen Nachmittag ist Hanne in der Stadt mit ihrer +1-Person verabredet. Die beiden wollen den neuen Frozen Yogurt Laden testen.

Ella bekommt einen Brief vom Oberbürgermeister und ist verwirrt. Sie findet, die Ansprache passt eher für jüngere Kinder als für sie.

Ein Bild möchte sie auch nicht malen.

Corontäne 46: Schrank

Das Möbelwechselspiel geht weiter. Hanne verkündet, dass sie den großen Schiebetürenschrank, einen 1x2m Pax, den sie von uns geerbt hat, aus ihrem Zimmer haben möchte. Sie hat gar nicht so viele Klamotten, aber das Bedürfnis nach Platz – gut, dann kümmern wir uns heute darum.

Wie bei allen Ikea-Möbeln hoffen wir, dass der Schrank den Transport überleben wird. Wie bei allen Ikea-Möbeln bezweifeln wir es stark. Wie bei allen Ikea-Möbeln klappt es irgendwie doch.

Nun steht der alte Pax im neuen Gästezimmer und wartet auf Inhalt.

In Hannes Zimmer ist mehr Platz. Und den Ronny, den gibt’s immer noch!

Corontäne 45: Tag der Arbeit

Der erste Mai ist regnerisch und vergeht langsam. Unter normalen Umständen wäre ein zusätzlicher freier Tag, ein langes Wochenende, so willkommen – jetzt ist es einfach so, wie es ist. Die Grenzen zwischen Wochentag und Wochenende verschwimmen weiter.

Alle pröddeln vor sich hin, ich arbeite ein bisschen, Hanne liest viel, die anderen beiden spielen BeatSaber, wir räumen ein bisschen auf und machen wieder ein bisschen unordentlich.

Ich hole im Keller den Rest der hellblauen Farbe der Gästezimmerwand und streiche die Türen des Schranks, der jetzt in meinem Arbeitszimmer steht… wir spielen gerne das Möbelwechselspiel.

Ellie unterhält mich.

Am Abend ernte ich leckeren Salat aus dem Gewächshaus und backe schnelle Brötchen mit Körnern.

Wir kuscheln uns auf die Couchs und gucken Veronica Mars.

Corontäne 43: Joggen, Zebras

Hanne joggt, wie jeden morgen um 8, und schafft es heute das erste Mal ganz um die Promenade ohne zu gehen. Sie ist zurecht furchtbar stolz und zurechter furchtbar fertig.

Ellie hat Kunsthausaufgaben auf und auch sonst allerhand zu tun, was aber nicht schlimm ist, weil sie nun ihre Texte nicht mehr im Heft vorschreiben und später abtippen muss, um sie wie gewünscht einzureichen, und weil sie die Programme, die sie benötigt, nun immer zur Verfügung hat. Auch die Aufteilung der Woche funktioniert nun viel besser, da die Lehrer*innen am Montag die Aufgaben für die gesamte Woche herumschicken und im Aufgabenbereich die Frist einstellen, bis wann eine Abgabe zu erfolgen hat. So wird den Kindern der Druck genommen, mehrmals am Tag zu prüfen, ob neue Arbeitsblätter oder Aufgaben herumgeschickt wurden – zumindest haben meine Kinder das bislang so gemacht.

Die Kinder arbeiten also in der Küche, wir Großen an den jeweiligen Schreibtischen in Arbeitszimmer und Büro, und dass heute Bergfest ist, interessiert kaum jemanden.

Corontäne 42: Abzeichnen

„Zeichnet die Weltkarte einfach auch noch ab, wenn Ihr keinen Drucker habt“, steht in der Mail der Erdkundelehrerin. Wir haben einen Drucker und die Weltkarte konnte ausgedruckt werden, sodass Ellie nur noch die Umrisse von Mexiko und Costa Rica abzeichnen muss. Immerhin.

So kommt unser großer Atlas nochmal zum Einsatz.

Mein neuer Laptop kommt schon am Mittag an, viel früher als erwartet, und so verbringen Ellie und ich den Rest des Tages damit, die Daten zu übertragen, ihn einzurichten und gleichzeitig das alte Laptop von allem zu befreien und es für Ellie fit zu machen. Yay!

Corontäne 41: Limettenkuchen

Nach der ursprünglichen Definition einer Quarantäne müssten wir nun wieder ins normale Leben zurückkehren können, aber davon sind wir weit entfernt.

Dafür hat sich bei uns eine gewisse Routine eingependelt. Hanne joggt um 8, Ella fängt am Küchentisch mit den Schularbeiten an, Christoph radelt kurz danach in die Firma, ich arbeite von zu Hause aus, Hanne kommt wieder, ich bin bis nachmittags im Arbeitszimmer „eingeschlossen“ und komme erst raus, wenn ich fertig bin (oder frischen Kaffee brauche).

Heute backt Ellie, die als erste mit der Arbeit fertig war, einen leckeren, kleinen Limettenkuchen. Hanne macht es nichts aus, wenn um sie herum das Leben wogt, sie lässt sich nicht ablenken.

Heute recherchiert sie zu den SDGs 4 und 5, denn darüber wird sie eine Präsentation mit aufgenommenem Text als Beitrag zur Englischnote einreichen müssen.

Als sie ihr Laptop zuklappt, freut sie sich darüber, dass es fertigen Kuchen gibt. Danach pröddeln wir alle noch herum, gehen im Gewächshaus gießen, machen Wäsche, lesen auf der Couch und räumen die Küche auf, die wir direkt danach wieder unordentlich machen, weil es Abendbrot gibt.