Neue Pässe

Gleich 2 Termine haben wir für heute beim Bürgeramt in der Innenstadt gebucht: die Ausweise der Mädchen laufen Ende des Monats ab. Leider haben wir keine aufeinanderfolgenden Zeitfenster bekommen, daher begleitet Christoph Hanne mittags zum Amt, während ich Ellie nach ihrer Ferienbetreuung um 3 abhole und wir von dort aus direkt in die Stadt radeln.

Die Mädchen werden im Fotoautomaten biometrische Bilder machen müssen. Alle anderen Dokumente und die notwendigen Unterlagen- Geburtsurkunden, aktuelle Pässe, Unterschrift uns Ausweis des abwesenden Elter, etc. – habe ich rausgesucht oder ausgedruckt, unterschrieben und zusammengepackt.

Hanne hätte alles selber regeln können, weil sie 16 ist. Diese Information hab ich wohl irgendwie überlesen.

Als ich Ellie abhole, verabschiedet sie sich von den anderen Kindern und klagt über Halsschmerzen. Wir radeln trotzdem zum Amt. Das Wetter ist usselig, daher parken wir die Leezen vorsichtshalber unter einem Bogen.

Dieses Mal ist sie alt genug, um vom Reisepass auf den Personalausweis umzusteigen und um sich im Fotoautomaten selbst aufrecht zu halten. Durch die Terminbuchung dauert die gesamte Prozedur nur 15 Minuten, eine erhebliche Verbesserung zum Warteschlangensystem der früheren Zeiten.

Als wir fertig sind, versinkt die Welt draußen in einem Sturzregen, der so bald nicht aufhören soll. Stellt sich die Frage, ob wir die 10 Minuten nach Hause radeln oder 45 Minuten im Bürgeramt darauf warten, dass es aufhört.

Wir beschließen alles so wasserdicht wie möglich einzupacken und den Weg zu wagen. Wir sind schon nach 100 Metern nass bis runter zu den Socken. Zu Hause springen wir direkt unter die heißen Duschen, kuscheln uns auf die Couch, und am Abend ist klar, dass die Ferienbetreuungswoche für Ellie vorbei ist: sie hustet wild und anhaltend und wird warm.

Zweitgeimpft

Heute klingelt schon wieder der Wecker. Es regnet in Strömen, als ich zur Zweitimpfung losradele; die anderen beiden haben kurze Zeit später mehr Glück.

Heute bringt Christoph Ellie zur Ferienbetreuung und ich hole am Nachmittag ab.

Hanne macht übrigens in der Zeit ihr eigenes Ding, trifft sich täglich mit Freund:innen, geht essen und bummeln und lungern und übernachten und genießt die Ferien aus ganzem Herzen.

Ich kann! Ich will! Ich schaff’s!

Heute klingelt der Wecker, denn Ellie nimmt an einer Ferienprogrammwoche teil. Ich bringe sie um 10h mit dem Rad hin, Christoph holt sie später ab.

Sie wird andere Mädchen zwischen 8 und 12 kennenlernen und ein Brett zertreten.

Um 12 treffe ich meinen Kollegen auf 2-4 Tassen Kaffee beim Herrn Hasen, um 14h bin ich mit Hanne zum Sehtest in der Stadt verabredet.

Links werden aus meinen -6 nun -7, dabei dachte ich ab 40 setze die Altersweitsichtigkeit ein und es ginge in die andere Richtung. Hanne verschlechtert sich leicht auf -1.25. Nächste Woche können wir die neuen Gläser abholen.

Aufbau

Nachdem wir gestern bei Ikea waren, verbringen wir den heutigen Tag mit Montage und Anrichten.

Ellie baut Schubladen, ich Korpusse, Christoph baut alles und stellt danach für den ersten Eindruck auf.

Aktiv

Die beste Fastnachbarin dieser Welt hat heute Geburtstag, aber weil sie im Urlaub ist und wir sie daher nicht gebührend feiern und herzen können, fahren wir zum Kamener Ikea um uns abzulenken.

Und um an Ellies Bettumrandung weiterzukommen. Hanne ist extra rechtzeitig zurück von ihrer Übernachtung: sie möchte die vegetarischen Kötbullar (also Plantbullar) ausprobieren.

Christoph hat vor der Abfahrt einen ausgeklügelten Plan entwickelt:

  1. direkt zum zum Lager und alles einpacken, was wir für’s Ellies Zimmer brauchen
  2. Bezahlen und ins Auto laden
  3. Mittagessen
  4. Komplett und in Ruhe durchschlendern, gucken und mit dem Wissen ums volle Auto wenn überhaupt nur noch Kleinigkeiten kaufen. Sukkulenten und Kakteen sind erlaubt.

Und so machen wir das auch. Anfangs ist es noch ziemlich leer, sehr angenehm.

Am späten Nachmittag, es wurde doch überraschend voll, sind wir zu Hause und laden das Auto aus. Christoph schleppt unzählige Pakete nach oben; um den Aufbau kümmern wir uns morgen.

Vor der Haustür lag beim Ankommen auch ein Überraschungspaket von einem meiner lange laufenden Kurse mit einer lieben Karte und Süßigkeiten aus der Sendmanufaktur. Ich hab mich so gefreut!

Filme

Wie schon so oft kommen die Mädchen mit der Sparkassen-App nicht klar und entsprechend nicht mehr rein: gesperrt, weil Passwort zu oft falsch eingegeben, dabei hat Ella sie grade erst ein einziges Mal aktiviert.

Und es wäre es doch so schön, wenn man mal gucken könnte, wie reich man ist. Dass die beiden Digital Natives mit einer App nicht klarkommen, ist übrigens sonst selten nie der Fall. Ich schiebe die Schuld stumpf auf die Sparkassen-App, und als wir die recht kurze Öffnungszeit für Publikumsverkehr dazu nutzen, nochmal vor Ort alles entsperren zu lassen, gibt uns die Sparkassen-Mitarbeiterin Recht. Außerdem braucht sie selber über eine halbe Stunde, bis alles läuft. Wenn das jetzt nicht endlich komplikationslos läuft, wechseln wir die Bank. Punkt.

Kurz danach verabschiedet sich das große Mädchen aufgeregt in Richtung Kino und schläft anschließend außerhäusig.

Wir anderen pröddeln und tun Dinge in Haus und Garten, arbeiten ein bisschen und gucken abends auch einen Film.

Vorgarten

Es regnet den halben Tag. Hanne und ich machen später im Vorgarten kurzen Prozess mit irgendwie allem und fahren die Grünabfallsäcke danach direkt zum Entsorgungshof. Obwohl wir versucht haben, nur die Schreckensherrschaft des Giersch einzudämmen, haben wir sicherlich auch einiges anderes mit rausgerissen. Hanne hat im Anschluss noch irgendwas anderes gesät, was wir noch in der Garage hatten. Mal schauen.

Christoph war mit Ellie in der Stadt. Die beiden haben nach Klamotten geguckt und ein paar Schuhe gefunden.

Nachtrag: Gestern waren sie nachmittags im Nettebad und haben es sehr genossen, wieder Schwimmen gehen zu können.

Zeugnisessen

Heute gibt’s Zeugnisse! Was haben wir diesen Tag herbeigesehnt.

Schon immer zog sich so ein Schuljahr zum Ende hin gefühlt extrasperriglang, aber dieses Mal war es aus Gründen einfach noch viel zehrender für alle. Trotz unserer persönlichen, den Homeschoolingalltag erleichternden Umstände sind wir alle begierig in die Sommerferien zu starten, Anwesenheitspflichten und Arbeitslasten drastisch zu reduzieren und zwischendurch auch mal das zu machen, worauf wir wirklich Lust haben. Mal gar nichts, mal viel davon.

(Unsere mildernden Umstände: Wir haben alle 4 einen eigenen Arbeitsbereich, der sogar in den meisten Fällen mit einer zu schließenden Tür einhergeht. Ich konnte zu Beginn der Pandemie problemlos ein leistungsstärkeres, neues Laptop für mich kaufen, so dass jede:r ein eigenes Endgerät zur Verfügung hatte; anders nicht auszudenken. Die Mädchen waren und sind schon groß, sie können sich selbst beschäftigen, so dass wir Erwachsenen haben fast normal arbeiten können. Sie regeln die Kommunikation mit Lehrer:innen selbst, sind gute Schülerinnen und auch in der Pandemie gut mitgekommen. Und trotzdem, trotzdem, trotzdem.)

Normalerweise gehen wir zum Zeugnisessen ins America Latina, aber das gibt’s nicht mehr. Der neue Laden an selber Stelle öffnet erst um 17h, daher radelten wir heute zum Mocca D’Or, das ist ohnehin immer eine gute Idee und die Mädchen waren da noch nie.

Im Innenhof mussten wir uns erst mit der Luca App registrieren, saßen schön auf Abstand zu den anderen Gästen und es gab Trennwände samt Sichtschutz.

Die Pizza ragt immer noch über den Tellerrand, Christoph bestellt immer noch eine „Lucia“.

Kugelrund rollern wir heim. Die Mädchen räumen ihre Tonnis und Taschen weg und alle machen nichts, und das mit vollster Begeisterung.

Abends trifft sich Hanne auf der Promenade mit Menschen aus der Stufe, um Mitternacht muss sie zu Hause sein.