Christoph

mittelaktiver Samstag

Endlich Wochenende. Ich darf nicht nur ausschlafen, sondern sogar liegenbleiben und lesen. Christoph brüht Kaffee mit der Hand auf, dafür kümmere ich später ums Mittagessen, während die anderen im Wohnzimmer pröddeln, lesen und spielen. Zu Wedges und Fischstäbchen mache ich Kohlrabi in heller Sauce und denke an meine Oma, bei der es diese Kolrabischnitzchen so oft gab.

Danach werden wir tätig. Christoph geht mit Ella im Viertel Inlinern, Hanne und ich radeln zum Fahrradladen, in dem ich ihre Dutch gekauft habe. Schon zum zweiten Mal gab es in Problem mit ihrem Vorderlicht, beide Male hat sie es auf dem Schulweg verloren. Ich möchte, dass das heute endgültig und langfristig repariert wird. Wo wir grade dabei sind, besorgen wir ihr gleich einen neuen Fahrradkorb für vorne und gehen einkaufen.

Als wir zu Hause ankommen, sind die anderen beiden im Keller und schleifen den gelben Bekväm-Hocker ab. Wir werden ihm eine Rundumerneuerung verpassen. Später fahre ich Hanne und ihre Frottee-Decke zum Übernachten und wir anderen machen es uns auf der Couch gemütlich und gucken einen Kinderfilm.

 

Jump and Play – and Pay, Pay, Pay

Hanne und ihre beiden besten Freundinnen hatten Anfang der Woche die Idee am Sonntag im Ninfly Trampolinspringen zu gehen und angefragt, ob einer von uns fahren könnten, denn wir wären die entspannteste Elternmöglichkeit. Derart geschmeichelt hat Christoph sich bereit erklärt, die 3 Mädchen und Ella zu begleiten.

Mit einer Sprungzeit von 90 Minuten liegt man pro Person schon bei 18 €. Der nichtmitspringende Vater zahlt 4 € Eintritt. Jeder, auch der begleitende Erwachsene, muss darüber hinaus ein Eintritts-Armband kaufen – weitere 2 € pro Person. Natürlich benötigt jeder Springer zusätzlich noch obligatorische Ninfly-Socken für weitere 2 € pro Person, sonst darf er nicht springen. Andere Stoppersocken oder gar hellblaue „Bounce“ Konkurrenten-Socken sind natürlich nicht erlaubt. Ganz ehrlich, da kommt schon einiges an Geld zusammen, bevor man die Halle auch nur betreten darf. Wer mag, darf es sich ausrechnen.

Für die anderen Räume bei Ninfly, also Motorikspielplatz und Ninja Sports Arena gilt das Eintritts-Armband für den Trampolinbereich natürlich nicht. Den Mädchen hat’s schon Spaß gemacht, aber wir hüpfen ins Zukunft ganz sicher woanders.

 

Friederike

Schon vor 7 Uhr kamen die ersten Whatsapps anderer Eltern, ob unsere beiden heute trotz der Sturmwarnung zur Schule gehen würden – ja, aber statt mit dem Fahrrad hat Christoph sie mit dem Auto gebracht, weil der Heimweg in der Mittags-/Nachmittagszeit genau in das Zeitfenster von Friederike fallen würde.

Schon um 9h hat Hanne angerufen: Ihre Schule schickt alle nach Hause, alternativ müsste sie bis 15 bleiben, und da sie weder Rad noch Haustürschlüssel dabei hatte und Christoph und ich sowieso bei der Arbeit waren, ging sie mit zu Emma. Ich würde sie um die Mittagszeit dort abholen.

Langsam wurde es dunkler. Als ich um 10h das Gebäude wechseln musste, flogen schon die ersten Mülltonnen über die Straße; 2 Stunden später stieg ich über herabgefallene Äste und umgewehte Schilder und habe die Autotür fast nicht mehr aufbekommen. Christoph war sicher im Büro, Ella gut aufgehoben in der Grundschule – für so etwas ist die Klassenwhatsappgruppe dann doch praktisch. Am Ring flogen die Paneelen vom Parkhaus auf die Straße; kurze Zeit später wurde die Straße gesperrt.

Ich hab Hanne abgeholt, Friederike trieb sie dem Auto entgegen und peitschte ihre Haare. Etwas besorgt beobachteten wir dann die Tannen des Nachbarn. Einer hat es tatsächlich nicht geschafft und ist wenig später entwurzelt worden, fiel aber in einen anderen Garten.

Den schönen alten Baum vor der Grundschule hat es leider erwischt. Ella und ich mussten ihn von allen Seiten bestaunen und fotografieren, als ich sie nachmittags ganz sturmlos abholte.

Wir sind froh, dass Friederike für uns so glimpflich ausging.

Vas-y!

Am Wochenende verabredet sich Hanne jetzt mehr und mehr mit ihren Freundinnen. Vorher wollte sie noch einmal Vokabeln abgefragt bekommen, nach dem Mittagessen schnappte sie sich Fahrradschlüssel und Helm und war verschwunden.

Ella wollte auf eine Kletterspinne. Der Himmel war eisblau, die Luft klar und kalt und niemand auf dem Spielplatz; das will was heißen.

Christoph ist mit Ella die Kletterspinne bis zur Spitze hoch, damit er ein Siegerfoto machen konnte.

Alle wieder im Nest

Auf einem unbenannten Supermarktparkplatz in der Nähe Wuppertals wurden heute Vormittag 2 Mädchen, 2 Rucksäcke und 6 Taschen von dem aus dem Süden kommenden Auto in das aus dem Norden kommende Auto umgeladen,

mittags waren wir zu Hause und nun ist das große Kind bei einer Freundin für das Politikprojekt, das dringend gemacht werden muss, und das kleine Kind probiert Stiche aus und näht gleich mit ihrem Vater Mützen, die unter Fahrradhelme passen.

Und ich mache Wäsche, denn die Kinder sind wieder da. Wir kaufen Äpfel und Tomaten, Fisch und Gemüse, denn die Kinder sind wieder da, und neue Hausschuhe für die Grundschule. Wir packen schon mal die Sporttasche und ich lege neue Korrekturroller raus. Wir machen gemeinsam Abendbrot und schieben uns nicht bloß schnell was in den Backofen, während Netflix im Wohnzimmer ein Momentchen auf uns wartet, denn die Kinder sind wieder da. Und am Abend stehen 4 Zahnbürsten in den Bechern und 3 unterschiedliche Zahnpasten vor dem Spiegel herum, und wir decken zu und lesen vor und bleiben noch kurz, um zu reden, denn die Kinder sind endlich wieder da.

Erst nach Osten, dann nach Norden

Nach dem üppigen dritten Weihnachtsessen machten wir 4 uns auf den Weg zu Christophs Eltern. Es gab die dritte Bescherung mit Kopfhörern und Büchern für Hanne und einem Walkie-Talkie für Ella, das sie sich so sehr gewünscht hatte und direkt mit Opa im gesamten Haus ausprobieren musste.  Aus irgendwelchen Gründen habe ich es geschafft, weder vom schön geschmückten, großen Baum noch vom leckeren Kuchen noch von den Kindern noch den Schneehaufen noch einer Kombination aus all dem zu machen.

Nach dem Abendbrot fuhren wir gemeinsam noch zu Christophs Bruder, um uns das renovierte und umgebaute Haus anzugucken, das wir zuletzt im Sommer gesehen hatte. Es hat sich viel getan. Danach laden wir die Mädchen bei Oma und Opa ab und machen uns kurz danach auf den Rückweg nach Münster – es ist zwar schon 23h, als wir unsere Haustür aufschließen, aber so können wir die kindfreien Tage voll auskosten. Und den Mädchen kommt es auch sehr recht, ohne Eltern die volle Dröhnung Großelternverwöhnzeit zu genießen.

Entweder am 30. oder sogar am 31. Dezember kommen die Mädchen für Silvester heim. Viel Spaß Euch!

 

 

 

Südwärts

Nach 12 Jahren drehen wir in diesem Jahr den Spieß wieder um: 2005 haben wir mit Hannes Geburt beschlossen, dass erwachsene Menschen an den Weihnachtsfeiertagen viel besser lange Autofahrten mit Staupotential ertragen können als junge Eltern mit Baby und hatten darum gebeten, dass wir doch bitte besucht werden wollen, wenn uns um Weihnachten herum jemand sehen möchte. Heute haben sind die Mädchen fast schon groß und haben elektronische Geräte mit guter Musik, die Autofahren erträglich machen.

Heute fahren wir zu meinen Eltern. Wir haben beschlossen uns keineswegs zu hetzen und die Ferientage so entspannt und gelassen wie möglich anzugehen, deswegen kommen wir auch erst um halb 12 auf die Bahn, aber Bescherung und das nächste festliche, leckere Weihnachtsessen haben auf uns gewartet.

Morgen geht es weiter zu den anderen Großeltern.