Frankreich 7

Nach der gestrigen Klettertour machen wir uns heute einen gemütlichen Tag. Wir spielen viel, lesen, lungern, trinken Kaffee und essen Plattpfirsiche.

Am späten Nachmittag beschließen wir, doch noch einmal loszuwollen, denn Ella braucht ihre Schritte für den Tag, und auch wir wollen noch mal raus. Wir fahren zu einer Bucht, die ca. 10 Minuten vom Haus entfernt ist, und entdecken direkt davor die Kirche Sainte-Anne-la-Palud, die für Besucher geöffnet ist.

Diese Stühle hatten wir in meiner Kindheit in unserer Küche.

Ella macht passenderweise einen Engel aus ihrem Fingerband.

Wir gehen die Bucht einmal ganz entlang, bis zum kleinen Felsen Île Salgren.

Hanne findet einen kleinen Krebs in einer Muschel.

Als wir wieder am Auto am anderen Ende der Bucht sind, hat Ella ihr selbstgesetztes Schrittepensum für den Tag locker erfüllt.

Frankreich 6

Westlichster Teil des Parc Naturel Régional d’Armorique ist die schroffe, in den Atlantik ragende 3-Finger-Halbinsel, die wir uns heute angucken. Hier soll der siebtschönste Strand Europas liegen, der zwar ein Kieselstrand ist, aber durch sein türkises, klares Wasser besticht. Das wollten wir uns angucken. Vom Parkplatz aus waren es noch 700 Meter – ein runnig gag für den Rest dieses Tages, denn diese 700 Meter hatten es in sich. Gut, dass wir die Sache mit viel Humor nahmen.

Die Buch ist nicht wirklich von Land aus erreichbar – oder jedenfalls nicht so problemlos, wie wir das naiverweise annahmen. Nur durch die vielen anderen Besucher, die den Weg durch das dichtbewachsene Hinterland schon plattegetrampelt hatten, kommt man überhaupt an die Klippen. Sich verlaufen kann man nicht; man geht im Gänsemarsch hinter anderen her und lässt ab und an an breiteren Stellen diejenigen im Gänsemarsch vorbei, die zurück zum Parkplatz wollen. Alles geht sehr zivilisiert und freundlich zu – Franzosen, Engländer, Deutsche, Holländer, alle lächeln sich zu, während sie sich aneinander vorbei schieben.

Wenn man sich durch das Hinterland geschlagen hat, belohnt diese Aussicht!

Ja, das da unten ist die Bucht, zu der hier alle wollen.

Wie kommt man nur da hin? Runter scheint erstmal eine gute Idee zu sein.

Wir bleiben immer wieder stehen und gucken uns dieses unglaubliche Wasser an.

An den meisten Bäumen an der Kante hängen Warnungen:
Vorsicht, Steilküste. Vorsicht, Klippe. Absturzgefahr.

Schließlich sind wir auf dem letzten Absatz vor der Bucht angekommen.

Ab hier geht es noch ca. 8 Meter den blankgerutschten Felsen runter, für die meisten, die wir beobachten, die letzten 2 Meter auf dem Hintern. Durch das viele Klettern macht mein Knöchel wieder Probleme, also warte ich mit Rucksack und Tasche auf die anderen, die leicht bepackt ihr Glück versuchen wollen.

Und sie schaffen es. Das Wasser ist sehr klar, und sehr, sehr kalt. Nach einer guten Stunde stehen die 3 glücklich wieder vor mir.

Und dann.. müssen wir nur noch wieder hoch, irgendwie! 700 Meter bis zum Parkplatz. Wir finden, der Weg hat Parallelen zu Österreich.

Der Küstenwander GR43, den wir gestern Abend schon weiter südlich ein Stück gegangen waren, zieht sich auch hier entlang, und wieder ist er ein Kletterpfad. Am Ende müssen wir uns noch durchs Dickicht schlagen, um zurück auf den Hauptweg zu kommen, aber wir sehen es als Abenteuer und finden, der Tag war absolut gelungen.

Frankreich 5

Nach einem gemütlichen Start in den Tag fahren wir am späten Vormittag nach Quimper und schlendern durch die Altstadt, vorbei an winkelschiefen Häuschen, wehrhaften Mauern, der Kathedrale Saint-Corentin, Marktplätzen und Cafés.

Danach waren wir verschwitzt und fertig, fuhren heim, machten eine Mittagspause und verbrachten den Nachmittag an „unserem“ Strand.

Am Abend zog es uns dann nochmal raus. Eigentlich wollten wir den Sonnenuntergang (gegen 21:30) beobachten, aber es war zu diesig und die Sonne nicht zu sehen. Auf den Felsen herumzuklettern und dem Küstenwanderweg GR43 ein winziges Stück zu folgen war trotzdem schön. (Wobei Wanderweg etwas hochgegriffen ist, der GR43 ist oft ein Kletterweg.)

Man muss eigenverantwortlich gucken, dass niemand abstürzt oder zu wagemutig zu weit nach vorne geht. Als die Sonne fast weg war, sind wir nach Hause gefahren.

Frankreich 4

Strandtag!

Das Wasser war so herrlich! Wir mussten einige Male mit unserer Decke zurückweichen, weil die Flut zu nah kam.

Die Mädchen waren den ganzen Tag im Meer. Weiter draußen fuhren normale Surfer und Kite Surfer. Am anderen Ende der Bucht sahen die Strandflitzer aus wie eine Horde ungeordneter, aufgeregter Blattschneideameisen.

Wir blieben länger als gedacht, weil der Tag so schön war.

Frankreich 3

Heute sind wir faul. Wir lesen, spielen und verpröddeln den Vormittag. Danach suchen wir auf der Landkarte nach Stränden, die wir uns angucken wollen. Der Himmel ist grau, aber der Wind warm und wir zu allem bereit.

Wir versuchen es nach dem Mittagessen mit dem Strand, der grade mal 4 Minuten entfernt ist, und sind sofort überzeugt. Grade ist Ebbe.

Ellie mit Schmetterlingsmuschel

Wir schlendern die Bucht entlang und sehen zu, wie das Wetter immer besser wird.

Schließlich gehen wir zurück zum Auto, fahren zum Einkaufen für die nächsten Tage und das war’s.

Frankreich 2

Das Los der Sommerferienkinder ist es, an ihrem Geburtstag oft weg zu sein. Letzes Jahr ist das kleine Mädchen in Pula in Kroatien 9 geworden, dieses Jahr wird sie in der Bretagne 10. Zehn!

Gestern Abend, als sie ins Bett geschickt wurde, haben wir anderen den Frühstückstisch gedeckt und geschmückt und mitgebrachte Luftschlangen, Luftballons und natürlich die Geburtstagsgirlande aufgehangen.

Aus Ermangelung einer Backgelegenheit hatte ich gestern Abend eine Art flotte „Kalte Hundeschnauze“ zusammengemischt und über Nacht im Kühlschrank deponiert. Meine Sorge, dass die Kerzen nicht halten würden, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt: Hurrah!

Das kleine Mädchen war sehr gerührt und hat sich über jedes einzelne Geschenk ehrlich gefreut.

Als Geschenke gab es eine sehr schlaue Uhr, die allerhand Dinge misst, ein Buch, ein Mäppchen für die weiterführende Schule mit Inhalt, einen Bilderrahmen von Hanne, den sie mit 4 Fotos der beiden aus unterschiedlichen Jahren bestückt hat, und nachtleuchtende Flummi-Power, die wir direkt ausprobieren mussten.

Die Kücheninsel verwandelte sich in ein Labor.

Das Ganze ist einfach erklärt und Schritt für Schritt nachmachbar, funktioniert erstaunlich gut, war spannend und wir haben noch genügend Pulvertütchen für weitere Flummis übrig.

Weil wir dem Wetter am Vormittag noch nicht trauten, beschlossen wir Ellies Lieblingstier auf der ganzen weiten Welt zu besuchen: einen Weißkopfseeadler im L’Aquashow in Audierne. L’Aquashow ist eine Kombination aus Aquarium und Volieren für Wasservögel. Die Schilder waren auf Französisch und Englisch.

Die rd. 45minütige Show findet nur auf Französisch statt. Den Kern haben 3/4 von uns verstanden und konnten dem Geburtstagsmädchen die wichtigsten Informationen weitergeben.

Schleiereule

Der Uhu Edouard

Falke

… und dann der majestätische, bildschöne Weißkopfseeadler.

Als letztes kam die Chaostruppe der Kormorane dazu.

Bis hierhin hatte sich das Wetter gebessert. Die Mädchen aßen einen Lemon Crepe im Bistro und wir haben uns überlegt, was wir heute noch machen wollten. Da wir eh schon mal in Audierne waren und es erst früher Nachmittag war, wollten wir gleich noch den Pointe du Raz „abhaken“, eine schroffe Klippe, die den westlichsten Punkt des Cap Sizun bildet. Hier zu parken kostet ausnahmsweise etwas (6,50€, die dem Schutz der Klippe dienen). Vom Parkplatz aus muss man noch einen knappen Kilometer zu Fuß zurücklegen, um ganz nach vorne zu kommen. Es ist dort noch streng verboten ist, vom Weg abzuweichen, um die Heidelandschaft nicht zu zerstören.

Später, wenn der nackte Felsen übrig ist, gibt es keinen Weg mehr.

Es lohnt sich.

Christoph und Hanne sind noch weiter gegangen, als man nur noch über Felsen klettern konnte. Ella und ich blieben das letzte Stück zurück und haben uns in die Sonne gesetzt.

Hanne ist furchtlos

Das war ein toller 10. Geburtstag, mit vielen Schritten – die neue Uhr zählt jeden einzelnen – und großartigen Eindrücken, und jeder Menge Geburtstagsselfies, die ihren Weg nicht in den Blog finden werden.

Frankreich 1

Nach den Tagen bei meinen Eltern fahren wir heute sehr früh weiter. In diesem Jahr haben wir uns für Frankreich entschieden. Hanne möchte gerne ein neues Land auf ihrer Europakarte freikratzen, Christoph und mich spricht der Atlantik an – und Ella war das Land egal, aber bitte Meer und Sandstrand. Wir werden, wie letztes Jahr im Sommer, wieder unterschiedliche Stationen ansteuern. Als erstes geht es in den Westen der Bretagne, ziemlich genau zwischen Quimper und Brest.

Das Auto haben wir gestern schon gepackt, heute müssen nur noch Kulturbeutel, Schlafsachen, Kuscheltiere, belegte Brötchen, Gummibärchen, frisch gefüllte Kaffeebecher, Wolldecken und wir 4 rein. Um 3:30 klingelt der Wecker. Meine Mutter steht mit auf, um uns zu verabschieden.

Als wir um 4:15h losfahren, sagt das Navi: 1007 Kilometer bis zum Ziel. Um 5 fahren wir über die Grenze nach Belgien und es wird langsam hell. Noch sind wir fast alleine auf der Autobahn.

Um 6h sind wir in Frankreich. Dass man einfach so über die Grenzen fahren kann, finde ich so europäisch schön.

Ab jetzt geht es immer weiter in den Westen, quer durch Frankreich. Die Mädchen lesen und dösen und hören Musik. Die Erwachsenen versuchen einen guten Radiosender zu finden. Nach 4 Stunden Fahrt wechseln wir und ich fahre. Bis dahin haben wir uns an die Mautstellen gewöhnt und fühlen uns schon wie alte Hasen.

Wir haben die nördliche Route gewählt, um nicht durch die Ringe um Paris zu müssen, und fahren bei LeHavre über die Seine. Das Überqueren der Schrägseilbrücke kostet 5,20€.

Auf dem Weg durch Normandie und Bretagne hören wir viel schlechte Musik und sehen rechts und links Landwirtschaft. Der Liebste entdeckt seine Begeisterung für Strohballen, die wie Streusel auf einem Donut aussehen.

Je weiter wir nach Westen kommen, desto grauer wird der Himmel, desto windiger wird es. Der Wetterbericht verspricht aber, dass es die kommenden Tage trocken sein wird. Noch 2x machen wir einen Fahrerwechsel, und um 15h15 sind wir am Haus. Die Gastgeber erwarten uns schon, zeigen uns alles und verabschieden sich dann. Wir packen aus, kochen etwas und wagen dann den Weg zum Meer, obwohl es stürmisch und grau ist. Nach dem ganzen Tag im Auto tut die Bewegung so gut.

Hanne hat die Schuhe aus, sobald sie Sand unter sich spürt. Ella braucht anderthalb Minuten länger, dann kann auch sie nicht widerstehen. Die Mädchen flitzen über den Strand und toben sich aus. Es ist herrlich hier; menschenleer und weit.

Wir gehen zurück, als der Regenschauer kommt, werden sehr nass, ziehen uns im Haus um und gehen nach dem frühen Morgen sehr bald ins Bett.

Tagebau Hambach

Vom Haus meiner Eltern ist es nicht weit bis nach Elsdorf, von wo aus man in den Tagebau Hambach gucken kann. Obwohl das Wetter nach den heißen Tagen jetzt bei kühl, ungemütlich und regnerisch angekommen ist, fahren wir zur Aussichtsplattform, die terra nova heißt. Ich war sicher 30 Jahre, wenn nicht länger, nicht mehr da, und Christoph und die Mädchen noch nie. Hanne war schon durch das Stichwort „Hambacher Forst“ interessiert.

Alles macht einen lange verlassenen Eindruck.

Am Parkplatz kann man sich ein maßstabsgetreues Modell einer Schaufel angucken. Jede Zacke ist so groß wie ein Kleinwagen.

Dieser schmale, schwarze Streifen in der Mitte ist die Braunkohle.

Hanne sagt: „Furchtbar, furchtbar, furchtbar schrecklich.“

41

Geburtstagsblumenstrauß von meinem Vater

41 fühlt sich kein bisschen anders als als 40. Danke an meinen Lieben für den wunderbaren Geburtstag!

Hombroich

Seit gestern sind wir Mädchen bei meinen Eltern und haben die Hitze des Münsterlandes durch die Hitze des Rheinlands ersetzt. Apropos Hitze: Heute waren wir, gut eingecremt mit LSF 50, auf der Museum Insel Hombroich bei Neuss.

Bei 36° waren wir fast alleine. Durch die viele schattigen Plätze und Wege war es auszuhalten, und bei den Ebenen, die in der Sonne lagen, haben wir uns auf dem Kiesweg beeilt.

Mittags waren wir in der Cafeteria.

Ella hat einen Fächer dabei, die Glückliche.

Das war ein heißer, aber schöner Ausflug, wenn auch sehr anstrengend. Es gehört zum pädagogischen Konzept der Museum Insel, keine Wegweiser aufzustellen. Auch die Karte, die man an der Kasse bekommt, ist nur rudimentär, zum Beispiel sieht man darauf keine Treppen. Für Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl ist das sicher ärgerlich, zusätzlich muss man im Zweifel große Umwege in Kauf nehmen, und die sind auf den Kieswegen auch kein Spaß. Auch wir fanden den Ausgang erst nach einigen Fehlversuchen, immer im Wechselspiel mit anderen Parkbesuchern, die dasselbe Problem hatten.

Auch, wenn man die Bau- und Kunstwerke überraschend auf die Besucher wirken lassen möchte, zumindest WC, Cafeteria und Ausgang gehören ausgeschildert.