Von Seepferdchen und Schmetterlingen

Es ist doch immer schon zu sehen, und vor allem zu hören, was in Kinderköpfen so vor sich geht. Eines meiner Lieblingszitate kommt von Annie (der Tochter von Sven und Steffi), die sich morgens auf dem Weg zum Kindergarten das Häufchen von Kira (der Familienhündin) anschaute und sagte: „Ein Seepferdchen, wie ekelhaft“.

Heute ging es Silke nicht so gut, so dass ich Hanne und Ella ins Bett gebracht habe. Nachdem beide im Bett waren, bin ich nochmal zu Ellie hin und sagte ihr, dass ich sowohl sie, als auch ihre Schwester und ihre Mama ganz doll lieb habe. Ihre doch recht unkonventionelle Antwort war: „Weißt du was ganz scheußlich ist? Wenn Schmetterlinge AA machen!“

Nicht direkt die Reaktion, die ich erwartet hätte (:

Also meine Zähne sind jetzt sauber

Unsere üblich Morgen- und Abendroutine  sieht vor, dass wir uns (unter anderem) die Zähne putzen. Ich nehme mal an, dass uns das nicht von anderen Familien unterscheidet. Dabei schwingt Hanne selbst die Zahnbürste. Ella macht eine Art Grundreinigung und anschließend übernehmen Silke oder ich.

Zum Prinzip kamen schon oft Fragen: Warum muss man die Zähne putzen, warum muss man die Zähne so lange putzen, warum muss man die Zähne putzen, obwohl es heute nur so wenige Süßigkeiten gab, warum muss man die Zähne putzen, obwohl man Obst gegessen hat, warum schmeckt Saft morgens nach dem Zähneputzen so komisch, wie putzen Tier die Zähne, wenn ich morgens doppelt so lange die Zähne putze, muss ich dann abends nochmal …

…jetzt kommt Ellie gerade und will tippen…
Bühne frei: ella jiqjkilwluq3iue4o943u34i8e54ir4i43uerior434uriiu4di3489ed8it

So, wo war ich …
Dieses Wochenende wird die KiTa nach den Renovierungsarbeiten wieder eingeräumt. Heute morgen sind Hanne und Silke kurz hingeradelt bzw. mit dem Roller -gefahren, um zu sehen, ob wir bereits helfen können. Da Ellie sofort mit wollte, habe ich sie gefragt, ob sie mir nicht die Zähne putzen will (ich hatte schließlich vorher bereits ihr manchmal angewendete Zahnpasta von der Zahnbürste lutschen und kauen durch ein paar geübte Kreisbewegungen und ordentliches Schrubben erweitert). Ellie fand die Idee super und machte sich sofort ins Badezimmer und wartete mit Anweisungen „du musst dich hierhin setzen“ (den Mittelfinger auf  ihren Hocker zeigend) auf mich.

Wie soll ich diese Erfahrung am besten beschreiben … Es fing mit einem geübten Blick an. Alle Zähne wurden begutachtet. Die Bürste berührte fast zärtlich jeden Zahn einzeln. Bis auf die Schwierigkeit, ich saß zwar auf dem Hocker, war aber dennoch noch etwas höher als Ellie, den Schaum im Mund zu halten, war alles gut. Dann kippte die Stimmung, die anfänglichen Vorsicht wich und Euphorie machte sich breit. Das war der Zeitpunkt der irgendwie an den ersten richtigen Kuss erinnerte: Man hat etwas Fremdbestimmtes im Mund, das unkontrolliert Dinge tut. Man selbst ist nur noch bemüht die Zunge reflexartige Abwehrbewegungen vollziehen zu lassen, damit man sich nicht übergeben muss … (also ein Bekannter von einem Bekannten hat erzählt, dass es bei ihm so war, klar).

 

 

Die Moderne Frau schaut Fußball!

So ist das heutzutage: Während die Moderne Frau (Silke) sich mit einer Freundin (Cathy) zum Fußball gucken in einem Pub verabredet hat, bleibt der Mann von Heute (ich) zu Hause und hütet die Kinder. Alles natürlich kein Problem, Hanne und Ella sind super und wir haben das schon das ein oder andere Mal gemacht.

Das abendliche Ritual ist mit zwei Kindern etwas länger, dennoch eingespielt. Ella Bett-fertig machen, Zähne putzen, lesen und ab in die Kiste – heute ohne besondere Vorkommnisse.
Danach das Gleich mit Hanne. Heute haben wir uns aber die Zeit genommen und erst noch 25 Minuten gerechnet, was uns beiden Spaß gemacht hat. Danach hat sie sich aus der Bücherei-Bücherkiste ein Buch ausgesucht.

Nachdem ich mich eines Abends mit dem Buch „Der rote Schal“ schon einmal in einem untypischen Genre für die Gute-Nacht-Geschichte befand (ein nicht abzuschüttelnder roter Schal, der Alkoholismus symbolisierte – weder gut Geschrieben, noch gut Illustriert), kam heute das Buch „Wohin will Willi?“.

Hanne liest super gerne und dieses Buch hatte sie sich bereits vorher vorgenommen. Die Unterhaltung dazu:

Hanne: „Papa, weißt du wo Willi wohnt?“
Ich: „Nein.“
Hanne: „Der wohnt in Herrn Braun.“
Ich: „Aha. Was macht der denn da?“
Hanne: „Der bereitet sich auf ein Wettrennen vor. Der will zum Glibberei oder so. Er ist zwar nicht gut in Rechnen, aber gut in Schwimmen. Darum schafft er es auch und gewinnt. Dann wird aus Willi ein Kind.“
Ich: „Na, dann bin ich ja jetzt mal auf die Geschichte gespannt. Mal sehen, wie es dem Kind so geht“
Hanne: „Das Kind ist auch schlecht im Rechnen, aber kann wirklich gut schwimmen!“

Genau, Willi das Taucherbrille-tragende Spermium im Wettkampf mit Bernd und 300 Millionen Freunden auf dem Weg zum einzigen Preis – einem wunderschönen Ei (es wohnt in Frau Braun). Tatsächlich nett gemacht, aber doch irgendwie was anderes als Bibi Blocksberg oder Sternenschweif.

Vielleicht sollte ich das nächste mal mit in die Bibliothek, denn auch „Ente, Tod und Tulpe“ scheint mir keine Abendlektüre (das konnte ich vorgestern noch Ellie ausreden).
Schon länger hatte die Ente so ein Gefühl. ‚Wer bist du – und was schleichst du hinter mir her?‘ ‚Schön, dass du mich endlich bemerkst‘, sagte der Tod. ‚Ich bin der Tod.‘

Verzeiht, dass ich das Ende vorweg nehme, es geht nicht gut aus für die Ente.

Von Technik und Piraten

Da der Kindergarten wieder angefangen hat ist leider eine Sache, die Hanne und ich noch abschließen wollten, ein wenig in den Hintergrund gerückt (darum mache ich das einfach mal alleine fertig).
Zu Weihnachten habe ich von Oma und Opa aus S. eine nette Sache geschenkt bekommen. Es ist ein digitaler Kugelschreiber, mit dem man ganz normal schreiben und malen kann. Alles was zu Papier gebracht wird kann zeitgleich auf einem kleinen „Lesegerät“ gespeichert und anschließend auf den PC übertragen werden.
Der Plan von Hanne und mir war folgender:

  • Hanne malt ein Bild
  • ich übertrage das Bild auf den PC
  • Hanne überarbeitet das Bild am PC
  • ich lade es im Blog hoch
  • Hanne schickt Oma, Opa, Oma, Opa eine SMS, damit es sich alle anschauen können

Unser Plan konnte leider noch nicht bis zum letzten Punkt durchgeführt werden, da wir bei Punkt 3 Besuch bekommen haben (Faru und Nele) und Hanne mit Nele sofort meinen PC in Beschlag nahm. Es wurde fleißig gezeichnet, gemalt und ausgefüllt, aber zum Hochladen bin ich nicht mehr gekommen.

Das wird nun nachgeholt:
Hanne hat die Bilder ganz alleine gemacht. Sie hat die Bilder erst selbst gemalt, dann habe ich ihr gezeigt, wie sie mit dem Füllwerkzeug des Bildbearbeitungsprogramms etwas mit Farbe ausfüllen kann und dann hat sie mit der Maus die gewünschten Farben gewählt und losgelegt. Ich finde es echt erstaunlich, dass ihr das schon so leicht fällt. Und nun die fertigen Bilder:

Hanne hat heute mal wieder etwas sehr Nettes gesagt.
Morgens kommt sie in der Regel zu uns ins Elternschlafzimmer und legt sich nochmal zu uns, bevor wir dann den Tag starten. Morgen steht im Kindergarten aber eine Fahrt (erst Bus, dann Zug) in ein Museum mit Piratenausstellung auf der Tagesordnung und sie freut sich schon sehr. Darum sagte sie mir, als sie schon im Bett lag: „Papa, morgen kann ich aber nicht zu euch ins Bett kommen. Das ist dann immer so ein Gerede. Ich glaube ich zieh mich morgen erst an, komme dann kurz rüber und sage, dass ich meine Zähne putzen gehe, dann kannst du dich dann auch fertig machen.“ – Alles klar, wird gemacht Chef!