Tag der Deutschen Einheit

3. Oktober 2018 0 Von Silke

Die liebste Fastnachbarin bringt einen Adapter für die britischen Steckdosen, eine Powerbank für viele, viele Fotos und gute Wünsche für die Reise vorbei. Danke nochmal!

Kurz nach dem Mittagessen bauen Christoph und Ellie in ihrem Zimmer ein Matratzenlager. Am Wochenende wird sie ihren Geburtstag nachfeiern, und von den 9 eingeladenen Mädchen werden 7 hier schlafen. Es wird eng werden, aber schon irgendwie klappen.

So gegen 2 fange ich an mir Gedanken darüber zu machen, warum Impfpass und Krankenkarte des großen Mädchens nicht in dem Ordner zu finden sind, in dem sie zu sein haben. Dass beides gemeinsam weg ist, erscheint mir verdächtig. Zurecht. Nach kurzer Überlegung wird mir klar, dass ich die beiden Dokumente das letzte Mal sah, als ich sie in den Umschlag fürs Zeltlager steckte… nicht, dass das jetzt weiterhilft.

Nach einem aufgeräumten Schreibtisch, einer straußeneigroßen Beule an der rechten Schläfe, daraus resultierenden Kopfschmerzen (und familienweit schlechter Laune wegen schlechter Mutterlaune wegen der verschwundenen Dokumente), findet der Liebste sie. Im Umschlag. Auf dem Nachttisch der großen Tochter, die sich bei seinem Anblick schlagartig daran erinnert, dass der ja schon lange auf ihrem Nachttisch lag, nämlich seit den Sommerferien. Wenn sie gewusst hätte, dass wir grad DEN Umschlag so verzweifelt suchen, hätte sie das schon vor Stunden gesagt….   Ach Kind.

Als kurz nach 19h die Nachricht der Lehrerin kommt, dass sie morgen früh beim Einsteigen in den Bus übrigens von allen Kindern Kopien von Impfpass, Krankenkarte und Personalausweis einsammeln wird, kann ich nur müde lächeln. Wir wissen ja schon seit 3 Stunden, wo sich das alles befindet und einen Kopierer haben wir auch zur Hand. Ich freue mich, dass jemand anderes noch später als ich wichtige Informationen herumschickt.

Am Abend sind alle Taschen gepackt, die leckeren deutschen Brötchen geschmiert, die Knallbonbons nach Farben sortiert und alle Wecker auf 4:35 Uhr gestellt. Ella will auf jeden Fall mit aufstehen und sich verabschieden. Schon der Abend ist tränenreich. Die Frage, wer ihr jetzt die Tür aufmachen wird, wenn sie von der Schule kommt, lässt sie nicht zur Ruhe kommen, denn das kann ja nicht Hanne sein, und ohne Hanne kann sie nicht sein.
(Dass der Liebste und ich eigentlich auch in der Lage sind Türen zu öffnen, dass immer jemand zu Hause ist, wenn sie kommt und Ellie sogar einen eigenen Haustürschlüssel hat, den sie die meiste Zeit auch benutzt, ist gegen den Abschiedsschmerz natürlich grade egal.)