Karnevalssamstag

Die Mädchen machen mit meiner Mutter und meinem Bruder heute 2 Züge. Es ist so kalt, so viel kann man sich gar nicht warmschunkeln. Die Hände der Mädchen sind tiefgefroren. Ella, die langsam schlapp macht, will nur noch auf die Couch – Kälte ist ja eh nicht ihres. Irgendwas ist da auch im Anflug… ich hoffe, sie hält noch etwas durch.

Wie jedes Jahr kippen die beiden mit ihrem Onkel die Beutelauf dem ausgebreiteten Betttuch auf dem Wohnzimmerboden aus und sortieren Kamelle.

Nachmittags hole ich Christoph in Fühlingen ab; er hatte einen seeehr langen, sehr schönen Abend.

Um 18h werde ich dann von Dani und Carsten abgeholt, auch in diesem Jahr geht’s ins Marienbild in Braunsfeld. Ich stehe hinter dem Küchenfenster, halte nach den Scheinwerfern Ausschau, um rauszugehen. Obwohl ich keine Ahnung habe, welches Auto die beiden fahren, ist es nicht so als käme um diese Zeit jemand anderes hier lang. Für einen Moment lang bin ich wieder 17… wie viele Abende haben genauso angefangen, am Küchenfenster, begierig darauf loszukommen. Einige der Mädels, die mich damals aufgesammelt haben, würde ich heute wahrscheinlich gar nicht mehr wiedererkennen.

Der Moment verflüchtigt, als sich meine beiden wunderschönen Töchter rechts und links neben mich stellen um zu gucken, was denn bitte da draußen so interessant sei. Eine von ihnen ist schon größer als ich, sogar ihre Leeze ist größer als meine. Nicht mehr lange und sie steht zu Hause hinter dem Fenster und guckt, ob schon jemand kommt, der sie abholt. (Derjenige wird aber vermutlich mit dem Rad kommen.)

Das erste Mal müssen wir im Marienbild Eintritt zahlen; 5 €. Der Bierpreis ist gleich und treibt meinem Vater morgen fast die Tränen in die Augen: die Stange Gaffel für 2 €.

Das war, wie immer, einfach wundervoll. (Wir gingen, als die Decke anfing zu tropfen…)

 

 

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